• Gefängnisinsel mit Entwicklungspotzenial

    Die Insel Sainte-Marguerite ist das heutige Etappenziel, und die ist überaschend natürlich geblieben. Wenn man von der Festung, welche als Gefängnis verwendet wurde, mal absieht.

    Diese Festung wurde natürlich nicht gebaut, damit die Gefängniswärter den schönen Blick auf die Bucht von Cannes genießen konnten.

    Sondern es war ein Hochsicherheitsgefängnis für die diversen Feinde der Krone, die ja immer wieder per Definition wechselten. Adelige, die beim König in Ungnade gefallen sind, diverse lästige Verwandtschaft, die in der Erbfolge lästig werden konnte, Anhänger von Irrlehren und falscher Religionen, oder überhaupt einfach nur Menschen, die man aus welchen Gründen immer, man los werden wollte.

    Einer, auf den viele der oben genannten Punkte zutraf, war auch hier Kundschaft für ein paar Jahren, der mysteriöse „Mann mit der Eisernen Maske“.

    Bis heute ist nicht geklärt, wer er wirklich war, jedenfalls dürft er den 14er Wiggerl ziemlich geärgert haben und irgendwas gewußt haben, vielleicht hat er ja ein Gemälde anfertigen lassen, das den König zeigt, wie er mit einer Schein-Nichte eines russichen Großfürsten die Übernahme des kompletten Habsburgerreiches plant und mit dem Zaren aufteilt und dabei psychotrope Substanzen zu sich nimmt. Dieser Aspekt wurde noch gar nicht berücksichtigt. Die Zellengraffities sollen angeblich aber von ihm sein, Zeit hatte er ja….

    Mittlerweile hat sich aber einiges auf der Insel getan. Unter der Festung ein Restaurant, welches Liegen für 100 Euro zur Miete wohlfeil bietet.

    Gut, die Gäste, die sich das leisten können, stehen quasi ja schon vor dem Lokal geparkt.

    Dabei stehen dem gemeinen Badevolk sehr viele nette Buchten zur Auswahl.

    Im Süden der Insel herrscht dann Parkplatznot, wie sonst nur im 7. Bezirk, wenn Weihnachtsmarktsaison anbricht.

    Dafür gibts auch einen Liefer Service per Boot für die Durstigen und auch Eis wird angeliefert…

    Doch die Buchten zum Runterklettern und vom Felsen-Reinspringen machen dem normalen Badepublikum viel Spaß. Wichtig ist das richtige Strandschuhwerk.

    Keine 200m vom Halligalli der Boot-People liegt auf der Insel wiederum ein Naturschutzgebiet für Vögel an einem Süßwassersee.

    Die Boote stehen bereit und das Tagespublikum macht sich auf den Weg zur Verschiffung.

    Zuerst erwartet uns der Hafen von Cannes und die Croisette, derzeit voll mit Touristen statt Filmstars, mit ihren dezenten Bauten.

    und nach einer Stunde ist der sichere Hafen zu Nizza erreicht.

    Wo seit Jahrhundert die Soccapfannen angeworfen werden, wenn die hungrigen Seereisenden anlanden.

  • „Gentlemen, Start Your Engines“

    Willkommen am „Circuit de Monaco“, mit Fangio gehts los, durch den Stadtstaat der Wirtschaftsflüchtlingen, die ja vor den weltweit agierenden, bösen Steuereintreibern hierher geflüchtet sind.

    Beim hiesigen Autofahrerclub, leider ohne Bernhardiner als Maskottchen, gibts noch eine Streckenkarte…

    …und dann gehts los von der Start- Zielgeraden…

    den Berg rauf, auch im realen Leben im Stau wie beim Grand Prix,

    im langsamen Verkehr bleibt auch Zeit für einen Blick über Monte Carlo und den Felsen, wo sich die Fürstenfamilie uneinnehmbar niedergelassen hat.

    Vorbei am Casino, wo man wartet auf welche Zahl die Kugel beim Rennroulette fällt, also früher wie die Formel 1 noch spannend war und Rennen nicht durch Rechtsanwälte entschieden worden sind. Meine Zahl war die 14, das kostet im Cafe de Paris nebenan 1 Cappu und ein Cola.

    „Jössas, na, Gerhard Berger!“, und schon wurde ihm das Anbremsen auf die Mirabeau zum Verhängnis und das war es wieder einmal….

    und durch die Loews Haarnadel Kurve und rechts der Fahrer-Gemeindebau. Wohnte da nicht Nelson Piquet, der immer mit einem Hubschrauber durchs Wohnzimmer fliegt?

    Dann gehts schon Richtung Tunnel, wo ein Lamborghini als Geisterfahrer entgegen kommt.

    Monaco bereitet sich auf eine neue Flüchtlingswelle von Wirtschaftsflüchtlingen vor, der Platz wird knapp, also werden da keine Kosten und Mühen gescheut, um Unterkünfte aus dem Meer zu stampfen.

    Das ewige Licht- und Schattenspiel im Tunnel, die Herausforderung für die Fahrer, wir erinnern uns noch an den GP von Detroit, auch dort gabs noch einen Tunnel. Sieger übrigens Ayrton Senna. Nicht wirklich eine Überraschung.

    An den dezenten, bescheidenen Wirtschaftsflüchtlingsbooten, mit Hubschrauber zum Durch-das-Wohnzimmer-Fliegen gehts Richtung Schwimmbad.

    Der Herr hat sich die Büste verdient,immerhin mit über 50 noch Formel 1 gefahren, damit wär er fast 3x so alt wie mancher heutiger Formel 1Fahrer.

    Vorbei an der Rascasse-Bar, samt Kurve, wo man von oben den Piloten ins Cockpitz schauen konnten, gut jetzt nicht mehr, weil sie diesen komischen Halo haben…

    …geht es kurz vor dem Ziel rechts in die nicht existente Boxenstraße, da die mobil ist und bei Bedarf errichtet wird.

    Und es gibt noch letzte Artefakte der letzten wirklich Rennfahrergeneration zu kaufen, einen Original Helm von „unserem Gerhard“, vielleicht was für den Heinz Prüller….

  • Apollo begrüßt den Besucher beim Eingang zur Altstadt und die italienischen Wurzeln der Stadt lassen sich nicht verleugnen.

    Deswegen gibts mitten in der Altstadt auch die längste Eistheke der Welt…

    Da die Franzosen ja gerne zu Hause urlauben, am Anfang August, ist ja angeblich jede Stadt leer, außer Paris, weil da die Touris aus China und Japan sind, brauchte die junge Republik einen Hausmeisterstrand.

    Vom Festungshügel, mittleierweile nur mehr ein Hügel, da die Festungen diverse Kriege zwischen Frankreich, Savoyen, Piemont und den lustigen Habsburgern, die ja immer eifrig im Süden, ob ihrer Liebe für Sommerfrische, mitmischten, nicht überdauerten, haben somit mehrere Eigentümer das Treiben dieser Stadt von oben beobachtet.

    Natürlich war nicht das Strandleben und die chillige Art der Nissart was so viele Nationen angezogen hat, diesen Küstenabschnitt zu kontroliieren. Der geschütze Hafen hinter dem Hügel war da eher die letzen 1500 Jahre entscheidender.

    Die ersten Städtegründer waren im übrigen ausgewanderte Griechen aus der Gegend vom heutigen Izmir, hätten da die Römer schon das Mittelmeer kontrolliert, hätten die dort eigentlich gar nicht einwandern dürfen. Gut, der Protest da damaligen Einheimischen hielt sich in Grenzen, und die Griechen hatten die besseren Argumenten, sprich Schwerter, Schilder und Helme. Die siedelten am Hügel, wo wir jetzt immer runtergeschaut haben, dort konnten sie immer schön sehen, wer sich da nähert.

    Von den Griechen erinnert nich mehr viel, aber die Römer haben sich in der Gegend gleich wohnlich eingerichtet und auch erste touristische Maßnahmen gesetzt, wie eine Arena für 4.000 begeisterte Zuseher.

    Diese römische Siedlung hatte einen ziemlich großen Bäderbereich, wahrscheinlich deswegen damit die römischen Gebirgslegionäre sich nach ihrer harten Zeit in den verschneiten Alpen wieder aufwärmen können.

    Die rote Villa links wiederum ist nicht römisch, sondern gehörte dem Maler Henry Matisse, der wegen den tollen Lichtverhältnissen angeblich hier herzog, oder eher doch das bessere Klima als in Nordfrankreich, wo er herkommt. Auch Queen Victoria hat sich ein bescheidenes Winterausweichquartier in die Nachbarschaft gebaut, ein sehr bescheidenen Palast, heute ein Hotel.

    Auch der Verlierer von Aspern machte die Stadt unsicher, und quartierte sich hier ein, bevor den Italien-Feldzug startete.

    Italien ist ein gutes Stichwort, ohne Garibaldi gäb es kein geeintes Italien. Er wurde in Nizza geboren und lebte in einem Haus am Hafen.

    Gegenüber auf der anderen Seite konnte er jeden Tag einen Blick auf die Galeerensträflinge werfen, die am Hafen untergebracht wurden. Das war der Grund, um die ItalienerInnen aus den Ketten der Habsburger zu befreien.

    Heute dient diese Gefängnis als Kunstgalerie.

    Kunst im öffentlichen Raum gibt es viel, wie man sieht wird es auch angenommen.

    Die meisten Fans hat aber der Wasserpark mitten im Zentrum, indem man Parkpläzte und Parkgaragen in einen großen Garten umgewandelt hat.

    Auch unser Begrüßungsapollo hat so seine Freunde in lufiger Höhe und somit eine Ansprache, wenn ihm die vielen Touristen mit ihren Selfies zu mühsam sind.

  • Auf den Boulevards der Zeitgeschichte

    Letzter Tag schon wieder in Tel Aviv. Zurück zum Anfang der Geschichte des Staats Israel. Der Eingang zum Museum der Hagana, Schwert und Schild der zionistischen Bewegung, sowie Keimzelle der israelischen Armee.

    Eingerichtet wurde das Museum im Wohnhaus am Rothschild Boulevard eines der Führungsfiguren der Hagana während der 30er und 40er Jahren, Eli Golomb.

    In diesen Räumlichkeiten wurden die Taktiken besprochen, wie geht man mit der britischen Besatzungmacht um, wie mit den Arabern, wie unterstützt man die Aufstände in den Ghettos in Nazideutschland

    Weiter gehts über den Rothschild Boulevard zum nächsten Ziel, daß dieser bei Fußgängen, Ebikern, Radlfahre und Erollern so bliebt ist, ist auch den zahlreichen Labestellen, den Kiosken, welche auch so schon geplant wurden, zu verdanken. Gibt einen guten Cappuccino da.

    In Zentrumsnähe fängt auch der Central Business District an, der Platz dient sonst als Flohmarkt.

    Gleich in de Nachbarschaft findet man die Überreste der deutschen Templerkolonie, als religiöse Eiferer aus dem Schwabenland, die sich im Heiligen Land nieder gelassen haben, um Gott, Jesus oder Moses näher zu sein.

    Bis zu 300 Templer lebten hier um sich auf den Weltuntergang bzw auf ein weiteres Erscheinen eines Erlösers zu warten.

    Es steht sogar noch die alte Schule und das Gemeindezentrum. Mittlerweile eine Filiale von „Aroma“, die lokale Kaffeekette.

    Es gibt auch ein paar deutsche Artefakte, die übrig geblieben sind.

    Natürlich brauchts auch einen Wirten, damit die durstigen Deutschen zu ihrem Bier kommen. Und dort haben sie auf beim Kegeln auf den Erlöser gewartet, nun der kam nicht, aber voller Freude gründete man in den 30ern dann eine NSDAP Ortsgruppe und setzte auf die.

    Unter Britischer Oberaufsicht blieb diese bis 1941 bestehen, bis die Deutschen nach Australien deportiert wurden. Aber trotzdem interessant, da die Briten die Zuwanderung von flüchtenden Juden aus Nazideutschland unterbanden, aber bis 41 die Existenz von NSDAP Ortsgruppen durch Palästinenserdeutsche tolerierten.

    Die leerstehenden Gebäude übernahm jedenfalls der junge israelische Staat, deswegen ist gleich in der Nachbarschaft der Gebäudekomplex des Verteidigungsministerium, und der „Sendeturm“, von dem man wahrscheinlich jede Bewegung aller Hamas Führer beobachten kann.

    Der Mossad war ebenfalls auf diesem Gelände tätig, da erinnert noch diese Antenne, mit derer ein eigenens Kommunikationssystem, welches abhörsicher war, entwickelte, um mit den „Filialen“ im Ausland in Verbindung zu bleiben.

    Bei diesem Turm dahinter, handelt es sich um den Azireli Sarona Tower, immehin 238.5 Meter hoch und somit das höchste Haus Israels.

    Da hier viele Büromenschen arbeiten und die Hunger bekommen, gilt auch für zahlreiche Uniformierte aus den Ministerien, hat man gegenüber einen Markt mit verschiedenen Restaurants eingerichtet und darüber Wohntürme.

    So hat sich dieses Viertel von einer deutschen Templerkolonie hin zu einem modernen Businessdistrikt gewandelt.

    Nächster Stop am Geschichtsboulevard ist der Rabin Square, hier steht auch das Rathaus und ist Heimat des Holocaust Denkmals, welches von oben wie ein Davidstern aussieht.

    Umbenannt wurde der Platz aus einem tragischen Anlaß: die Ermordung von Rabin 1995 durch einen ultraorthodoxen Rechten, angestachelt durch die Propaganda von „Bibi“ Netanjahu. Der natürlich wie immer, bei unseren rechten Freunden, alles gar nicht so gemeint hat und so.

    Der Boulevard durch die israelische Zeitgeschichte endet beim Wohnhaus des ersten Premiers von Israel, Ben Gurion. Als Mitglied der zionistischen Arbeiterpartei hat dieser sogar noch in einem Arbeiterviertel gewohnt, so ändern sich die Zeiten, auch wie bescheiden dieses Haus ist.

    Der einzige Luxus, es sind ca. 200m zur Strandpromenade. Gerade rechtzeitg zum Sonnenuntergang, von und mit einem Hubschrauber der israelischen Küstenwache.

    ENDE.

  • Nah am Yarkon-Wasser gebaut

    Heute am Vormittag waren Regenreifen angesagt, nicht nur von oben, sondern auch von der Seite kam das Wasser auf der Strandpromenade am Weg nach Ramat Aviv, der Norden.

    Vorbei am Yitzhak Rabin Center, welches 10 Jahre nach der Ermordung errichtet wurde und als Forschungseinrichtung und Archiv dient.

    Ziel die Universität von Tel Aviv, übrigens die Univestiät, wo die Herrschaften der Hamas und anderer studieren dürfen, die sich dann im Ausland wichtig machen und zu irgendwelchen Kultur- und Kaufboykotten gegen Israel aufrufen. Interessanterweise studieren diese Herrschaften nicht auf den „freien“ Universitäten zu Dubai, Teheran oder in Riad.

    Das Bei Hatfusot wär eigentlich vom Thema ein interessantes Museum, welches sich mit der Geschichte der Diaspora des jüdischen Volker aueinandersetzt, aber leider bis zum Dezember 2019 umgebaut wird, und so ist nur ein kleiner Teil zu sehen.

    Das Holzdach einer Synagoge aus der Ukraine, welche ohne Nagel gebaut wurde, und Nazis und 2. Weltkrieg überraschenderweise unversehrt überstanden hat.

    Neben dem Museum, die 1996 errichtete Cymbalista Synagoge und das Insitut für das Jüdische Erbe.

    Mit Blick auf den nördlichen Stadteil von Tel Aviv liegt das „Eretz Israel“ Museum..

    Zentraler Punkt dieses Museum sind die Überreste der Philister Siedlung und eines Tempels von Tel Qasile.

    Diese waren auch die ersten Ausgrabungen im jungen Staat Israel Ende der 40er Jahre, nach und nach wurde Schicht abegtragen, von der Osmanenzeit bis über die Kreuzritter, bis man 3.000 v. Chr. bei den Philistern angekommen war

    Einen dieser Philister kennt man immer noch, ein gewisser Hr. Goliath, seines Zeichen ein ziemlich großer Krieger, man nannte ihn auch „The Mountain“. Wurde aber vom David, aus dem Stamm der Israeliten, ausgeknockt.

    Zurück in die Gegenwart, entlang des Flußes, wurde ein Park angelegt, ein Teil des Parks ist den Opfern aus Tel Aviv, die für die Freiheit Israels gestorben sind in den divesen Nahostkonflikten, gewidmet.

    Über die Brücke mit Blick über den Yarkon,

    der hier in das Mittelmeer fließt und die alten Hafenanlagen von Tel Aviv beginnen….

    Die alten Hafenanlage wurden in ein Shoppingcente mit Unterhaltungsmeile umgewandelt. Hier wurden ebenfalls Jaffa Orangen verladen und nicht zu wenige.

    Die alte Kaimauer hält jedenfalls den hohen Wellen des Nachmittags locke noch stand. Nur am Karussel war heute nicht viel los, da die Wolken sich gleich wieder erleichtert haben und somit es eine gute Entscheidung war, nicht die Reifen zu wechseln….


  • Viele Gäste in „Big Orange“

    Per Rad gehts über die lange Strandpromenade in einer der ältesten Städte des Mittelmeers: nach Jaffa.

    Vorbei mit dem ruhigen Wetter, heute kommen die Surfer Boys&Girls auf ihre Rechnung.

    Angekommen am Stadtplatz und seinem Wahrzeichen, der Uhrturm, errichtet von den Osmanen noch, um zu zeigen wie modern doch der Sultan ist.

    Daneben die Reste des Amtsitz des Gouverneus, der wurde im Zuge der Kampfhandlungen um Jaffa zerstört.

    Dafür verantwortlich, die damals noch inoffizielle israelische Armee. Und warum haben sie das gemacht?

    Nun, Jaffa liegt auf einen kleinen Hügel , die jüdischen Siedlungen, die zu Tel Aviv wurden, lagen außerhalb der Festung. Die Briten übergaben aber den Arabern diese strategische Höhe, so konnten diese mit Scharfschützen bis nach Tel Aviv schießen, was sie auch taten.

    Aber nicht nur Israelis, Briten, Araber, Osmanen sind oder waren hier schon. Hier rettete Pegasus seine Andromeda am Felsen vor dem Haustier Poseidons, dem Seeungeheur und schlug ihre Ketten los. Wir erinneren uns an den eher schlechten Film „Kampf der Giganten“. Das war dort draußen auf den Felsen im Meer. Zur Belohnung gabs ein Sternbild und einen Nebel.

    Die Ägypter waren anscheinend auch begeistert von der nahen Strandpromenade und stellten ein Tor auf.

    Petrus, ließ sich hier bei einem Gerber vollaufen und hörte dann Stimmen, die meinten, nach dem Rausch schmeckt erst ein Bratl vom Schweinderl, obwohl eigentlich nicht kosher. Aber diese Stimme, er dachte Gott, wohl eher der lokale Schweinezüchter, redete ihm ein, er soll es doch probieren. Seitdem gibts den Glaubensstreit bezüglich Fleisch und wenn ja, welches. Wärens Gemüsezüchter gewesen, wären die Christen heute alle Vegetarier. Hier war das jedenfalls.

    Zum Dank wurde ihm eine Kirche errichtet, nicht von der Schweinefleisch Lobby, sondern von den Kreuzrittern, samt Platz für diverse Klöster.

    über verwinkelte Gassen kommt man in dieser von den Osmanen errichteten Festung Richtung Hafen.

    Die Festungsmauer wurde ihrem Ursprung aus waffentaktischen Entwicklungen beraubt und zu diversen Botschaften umgewandelt.

    Teile der osmanischen Festung sind mittlerweile in die Kaimauer eingearbeitet und halten den Welle immer noch stand.

    Der Hafen war nicht unbedeutend, wurden doch hier die legendären Jaffa Orangen nach Europa verschifft und uns dann zum Nikolaus in die Hand gedrückt.

    Die Franzosen kamen auf ihre Art in die Festung und zwar über die Hintertür unter Napoleon und nach einer langen Belagerung.

    Sie eroberten zwar die Festung und holten sich eine Krankheit, nicht die französische, aber die Beulenpest tut es auch.

    Im Ortzentrum kann das osmanische Erbe nicht geleugnet werden, samt Basar.

    Beim lokalen Wirten, Herrn Professor Doktor Shakshuka (links im Bild) wird natürlich nicht auf Petrus gehört, sondern koshere Kost dem hungrigen Touristen feilgeboten: Shakshuka und Shawarma.

    Immerhin ist der Davidstern gekommen, um zu bleiben.

  • Stadtstrandsabbat

    Da der Schöpfer angeblich einen Tag Pause eingelegt hat, achließe ich mich an .

    Die beste Location dafür : Tel Aviv Beach und zwar das Original

    Hier zeigt sich TAV von der sportlichen Seite: 15 km Strandpromenade zum Laufen

    Andere genießen die koscheren Schnitzerl, die die Mama hoffentlich in der Kühlbox mitgegeben hat

    Die meisten Einheimischen nützen die Wintersonne bei 25 Grad zum Relaxen

    Einige Mutige hüpfen auch ins Meer bei herben 18 Grad ca

    Das freut den Guiron Ben aber sowas von

    Jedenfalls kommt da schon ziemliche Sommerstimmung auf

    Ein Blick auf Jaffa, das Ziel für Morgen

    Obwohl die Sonne nach 5 untergeht

    gehts hier noch munter weiter, die Sportfreaks nützen die Geräte im Freien um sich zu stählen

    Auf der anderen Seite strömen die Massen zum Sehen und Gesehen werden

    Oder einfach nur für das Fernweh…..

  • Die Gründerzeit-Viertel

    Der heutige Tag beginnt im Viertel der Jeminiten, die nach diversen Progromen Ende der 40er Jahre von Aden nach Israel ausgeflogen wurden und hier eine neue Heimat fanden.

    Das Viertel ist für seine vielen kleinen jemenitschen Lokale beliebt und wird am Anfang des Wochenendes schon von den ersten Gästen genutzt.

    Der Karmel Markt liegt ebenfalls gleich ums Eck un so wird der Freitag noch genutzt, kosheres Fleisch und Eingeweide zu kaufen.

    ..oder doch frischer Fisch…

    Der Shalom Tower, errichtet in den 60ern, am Grund, wo das erste Gymansium der jüdischen Siedler stand, steht für die Entwicklung Tel Avivs zur Großstadt. Die Silhouette davor, erinnert an den Offizier Dreyfus und seines Prozesses, ein Höhepunkt des französichen Antisemitsmus, der in der Kollaboration mit den Nazis noch weitere Höhepunkte erleben sollte. Diese Affähre war jedenfalls ausschlaggebend für die Ideen Herzls zur Gründung eines Judenstaates.

    Der nächste Stadtteil ist die Keimzelle von Tel Aviv: „Nevek Tsedek“, diese Siedlung wurde 1880 vor den Toren der Festung Jaffa gegründet, natürlich wollten die Araber keine Juden innerhalb von Festungsmauern. Der Gründer dieser Kolonie errichtete hier sein Haus mit Synagoge und Betonwerk.

    Die kleinen engen Straßen sind mittlerweile zum exklusiven Einkaufsviertel geworden.

    Gleich hinter der Siedlung liegt der alte aufgelassene Bahnhof von HaTachana, der Jaffa-Jerusalem Bahn.

    Ein paar alte Eisenbahnwaggons sind noch erhalten, und ganz im Hintergrund sieht man die Skyline von Jaffa, aber da gehts im Laufe der nächsten Tage noch hin.

    Die alten Depots und Schuppen werden mittlerweile, überraschend jetzt, alshShopping Center genutzt und heute fand auch noch der vorsabbatliche Kunsthandwerksmarkt statt. Es scheinen am Freitag schon ziemlich viele Leute frei zu haben, um sich geistig auf die Sabbatruhe einzustellen….

    Über die ehemalige Bahntrasse, mit Blick auf das moderne Tel Aviv gehts in den nächsten Stadtteil.

    Es geht nach „Florentin“, dieser hat seinen Ursprung als Flüchtlingslager. Grund wie immer ein Progrom, diesmal in den 20ern in Thessaloniki. Den Grund kaufte eine Gesellschaft aus Griechenland, um hier die Flucht von 50.000 Juden zu ermöglichen.

    Mittlerweile ein Ort der Subkultur und Alternativen Szene von Tel Aviv.

    Die Syanagoge hat sich auch der Umgebung angepaßt…

    Die Gentrifizierung bedroht auch dieses Viertel, die Bobos mit ihren Hochhäuser werden auch hier bald den Ton angeben.

    Das Viertel mit seinen vielen Lokalen und seinem jungen Hipster-Publikum zieht viele an. Es stellt sich eigentlich überhaupt die Frage, ob der Hipster original aus Tel Aviv stammt.

    In der Nähe gibt es noch eine weitere Kolonie, die früher von Amis aus Maine gegründet wurde, mit dem Ziel das Christentum zurück zu bringen. Gut, es war ein Versuch. Übernommen wurde die Kolonie dann von der deutschen Templergemeinschaft, auch wiederum Christen, die meinten, es wird Zeit den Juden den wahren Glauben zu bingen, dieses war bis 1941 unter Britischen Mandat hier aktiv. Aber von denen mehr auch in den nächsten Tagen.

    Zurück zur Herzl Straße, da füllen sich immer mehr die Pubs.

    Die Häuser der Ersten Generation der Gründer von Tel Aviv warten noch auf Renovierung, während dahinter die moderne Stadt immer mehr das Kommando übernimmt.

    Jedenfalls hat der alte Herzl aus Wien recht behalten mit seinem Zitat….

    …wenn man schaut, was aus diesen kleinen Siedlungen bis heute geworden ist.

    Mit dem letzten Sonnenlicht, bevor die Sabbatruhe in Kraft tritt, (eigentlich beginnt das sich Entleeren der Straßen mit einem Megastau so ab 1, also wie bei uns am Freitag), endet auch der heutige Tag.

  • Stadtspaziergang durch die Weiße Stadt

    Standortverlagerung. Von Neapel nach Wien zurück, jetzt wieder am Mittelmeer, aber deutlich südlicher, frühsommerliche Temperaturen schon in Tel Aviv, hier mitten im Zentrum. Am Platz beannt nach dem ersten Bürgermeister: Meir Dizngoff.

    Tel Aviv ist eigentlich die Antithese zu Neapel, hier eine ziemlich junge Stadt (1909). dort vor locker vor 2.000 Jahren, da kann sich keiner mehr an den ersten Bürgemeister erinnern, der hier rechtsaußen im Rathaus saß.

    Beim Wort „Rechtsaußen“ tritt er wie aufs Stichwort auf: „Bibi“ Netanyahu, der lustige Premier, die real existierende „Unschuldsvermutung“.

    Unter ihm, das Museum der Irgun, der militärische Arm der rechten Zinoisten, sprich die Wiege des Likud Blocks.

    Diese kämpfte für einen Brexit quasi aus Palästina und schenkte als Vergeltungsmaßnahme gegen Angriffe der Araber aus jüdische Siedlern, auch diesen ein. Sprengstoffattentate, Auspeitschen englischer Offiziere, Sabotage, Gefängnisausbrüche uvm. Bekanntetes Führungsmitglied: der spätere Premier Menachem Begin. Aber auch die Briten regierten mit eiserner Faust in ihrem Protektorat, wo sie eine Zuwanderung von jüdischen Flüchtlingen, die vor KZs in Europa flüchteten, mit allen Mitteln verhinderten. Hier die Aktivisten, die von der Besatzungsmacht zum Tode verurteilt wurden.

    Zurück in die Gegenwart und auf den lebhaften King George Boulevard. Auch hier der Unterschied zu Neapel, aufgeräumt und die Überquerung der Straße gleicht nicht einem Selbstmordkommando.

    Israelis lieben ihre Hunde, jede 2. dürfte gefühlt einen besitzen, deswegen gibts auch „Begnungszonen“ für diese…

    „Frauerl“ und „Herrl“ können einstweilen ihre Muskeln stählen im öffentlichen Fitnesscenter im Park.

    Das jemenitsche Viertel mit seinem Markt zeigt, der Basar ist gleich ums Eck.

    Diverse Strudeln, die Nußschnecke und der Baumkuchen haben es jedenfalls auch über das Mittelmeer geschafft.

    …und stehen in schwerer Konkurrenz mit Baklava und diversen anderen türkischen Mehlspeisen.

    Vorbei an der „Bauhaus“ Architektur der Weißen Stadt gehts es Richtung „historisches Zentrum“

    Hier errichteten die jüdischen Siedler ihre ersten Gebäude, mittlerweile der Boulevard Rothschild, früher Straße des Volkes. Der Reiter ist unser Bürgermeister, das Gebäude sein Wohnhaus, mittlerweile die „Independence Hall“ von Israel.

    Jetzt betritt man historischen Boden, hier wurde der Staat Israel von Ben Gurion ausgerufen 1948. Das Geburtstagsgeschenk von 5 Arabischen Staaten: eine Kriegserklärung. Daß die Briten beim Abzug den Arabern Kriegsgerät und gute strategische Positionen überlassen haben, zeigt wie schwer es ist als Kolonialmacht abzutreten von der Bühne der Weltgeschichte. Und wenn man Israel mit Syrien, Ägypten, Libanon, Jordanien und Irak vergleicht, weiß man wer den gewonnen hat.

    Der Rothschild Boulevard zieht als Hauptverkehrsschlagader durch die Weiße Stadt, rundherum schöne Bauhausgebäude.

    In der Mitte des Boulevards, eine schattige Allee, jetzt ein Hipster Highway, bevölkert von E-Bikes, E-Roller und manchmal noch ein altmodisches Fahrrad. Auch das unterscheidet sich zu Neapel, dort fährt keiner mit so einem Spielzeug herum, wenn dann ein Roller, mit Benzin. Und Fahrrad, siehe Fußgänger…

    Dafür gibts auch auch, wenn es zu anstrengend wird, Ruhezonen. Das kann man sich wiederrum in Wien nicht vorstellen, weil Sitzsack und Decke keinen Tag überleben würden.

    Am Ende des Boulevards, das Habima Theater. Das Erste Theater in hebräischer Sprache. Daneben die Konzerthalle, benannt nach Herrn Bronfmann, nicht um seine Verdienste in der Aufdeckung der vergessenen NS Zeit UHBP Waldheim sondern als Geldgeber, wie üblich in der heutigen Zeit, für die Halle.

    und schon sind wir wieder retour am Start von diesem ersten Stadtspaziergang.