• San Gennaro und San Paolo: eine Stadt und ihre Heiligen.

    Da der SSC Napoli heute am Abend spielt, gehört es sich den Tag beim lokalen Heiligen zu beginnen. Die Säule wurde ihm zum Dank errichtet, da er quasi den Vesuv alleine aufgehalten hat.

    Er war nicht mehr am Leben, aber seine Reliquien haben das gemacht, wer braucht eigentlich Geophysiker, die richtigen Gebeine (im Topf unten) von divesen Herrschaften tuts auch.

    Aber ein anständiges Heim hat er auch, bescheiden, dezent wie man es von der Kirche kennt. Die vielen Kirchen verdankt Neapel auch dem Einfluß Spanien, durch die Inquisition und Ablaßhandel konnte die lokale Filiale der Kirche hier neue Einnahmefelder erschließen. Der Hergott arbeitet auch als Beleuchter, sehr toll wie er mir ohne große Einheiten diese Kirche ausgeleuchtet hat.

    Es wurde an der Innenaustattung jedenfalls nicht gespart, die Kundschaft bekam was geboten für ihr hart erarbeites Geld.

    Vor ein paar Tagen erwähnte ich das „Castel Nouvo“, der geneigte Leser wird sich wahrscheinlich fragen, was wurde aus der „Alten Burg“. Nun, die nennt sich „Castel Capuano“ und erfreut sich immer noch ihres Lebens, wurde es doch schon von den Normannen im 12. Jahrhundert errichtet, wo anders sicher eine Sehenswürdigkeit ersten Rangers, fristet hier eher ein Statistendasein.

    Bisserl eine neuer Anstrich könnte nicht schaden, aber immer noch auf der Fassade: der Doppeladler, aus der Zeit, als Neapel Teil des Reichs war, wo die Sonne nicht untergeht und so.

    Die Festung wurde auch Teil der Stadtmauer, deswegen auch der Grund für die Herrscher wegzuziehen, zuviel Bürgernähe brachte nur Pest, Cholera, Aufstände und diverse Auftritte von religösen Eiferern.

    In Neapel wird auch eine Stadtmauer genutzt, die man nicht mehr so wirklich mehr braucht.

    Andere Stadttore dienen wie einst als Ort der Kommuikation, jetzt haben Kaffeehäuser die Maut- und Zollhäuser ersetzt.

    Sonntag ist ein traditioneller Waschtag wie man in der Altstadt sieht.

    An der Piazza Bellini tauchen Reste der ersten Stadtmauer auf, diese wurden sich Überreste griechischen Ursprungs.

    Die Jünger von San Paolo bereiten ebenfalls die Reliquien des SSCN vor, um für ihr Hochamt am Abend gerüstet zu sein.

    Der gute, alte Dante macht den Türsteher, bei ihm grenzt das Viertel an, welches die Spanier außerhalb der Stadtmauer errichteten, das Quartier Spagnoli.

    Enge Straße gehen den Hügel Vomero rauf, Neapel wie man es aus den Filmen kennt.

    Oben am Hügel thront die Alte Festung der Spanier, früher bestückt mit Kanonen, später Gefängnis für politsche Gefangene.

    Von oben hatten die Kanonen eine gute Sicht auf Feinde, die vom Meer kamen oder auf die Stadt, der eigenen Bevölkerung konnte ja auch nicht so richtig getraut werden. Diese 3 Bilder beenden auch die Exkursion und Stadtspazierung durch Neapel.

    Die Kathedale von San Paolo ist zwar mäßig besucht, aber noch immer finden sich immer noch zahlreiche Anhänger die Zeugnisse über die Leistung der Azzuri Aposteln ablegen und weiterhin dem Fußballgott Diego aus Boca huldigen, jedenfalls waren sie gegen die Ungläubigen aus Rom erfolgreich, der krönende Abschluß des Aufenhalts hier in Neapel…..

  • Im Fokus dieser Folge, das bescheidene Schloß des Königs von Neapel in Caserta.

    Da der Bruder, der König der Spanier, in Madrid in seinem Palast, der Cousin als Sonnenkönig in Versailles residiert und man den 3. Sohn mit einer Wienerin verheiratet, deren Mutter Schönbrunn geschenkt wurde, ist man als König von Neapel und Sizilien in Zugzwang, um unter Seinesgleichen ernst genommen zu werden.

    Da brauchts schon einmal ein beeindruckendes Stiegenhaus. Dieses wurde auch in einer weit entfernten Galaxie und zwar auf dem Planeten Naboo nachgebaut.

    Eine Hauskapelle für Hochzeiten und Taufen braucht es natürlich auch, war man doch über 40km von Neapel entfernt.

    Über den Raum der Hellebardenträger betritt man die offiziellen Räume des Palast, die Dame im Vordergrund ist unser Maria Karolina, 10. Tochter von Maria Therasia. So hieß sie aber nur bis sie verheiratet wurde, mit 16 wurde sie, weil nach Neapel verheiratet Maria Caroline, da war man komplett situationselastisch.

    Im Zimmer der Leibgardisten treffen wir auf den Ferdl aus Neapel, ihren Ehemann. Und Bourbone, die Heirat quasi eine Friedensprojekt zwischen den ewig verfeindeten Häusern derer von Habsburg und Bourbon, meist gings dabei um Spanien und irgendwelche Unklarheiten wer welches Gebiet erben darf, die Bevölkerung durfte es ja dann immer wieder ausbaden mit diveren Kriegsabteuer der Apostolischen Majestäten.

    Der kleine Ferdl wurde mit 9 schon König. Der Grund: seine Papa wurde zum König von Spanien, dh er mußt dienstlich nach Madrid. Der älteste Bruder war eher ein Kind mit speziellen Bedürfnissen, sein Hobby war das Anziehen von Handschuhen, da war er den ganzen Tag beschäftigt. Der andere Bruder mußte weg und schon war Ferdi allein zu Haus in Caserta. Sein Vater hat ihm auch den unfertigen Palast dafür hinterlassen. Sie haben sich auch nie mehr wieder gesehen.

    Dafür bekam er einen eindrucksvollen Thronsaal. Und sein Vater blickte von der Decke herunter, das ist der die Baustelle vom Palat eröffnet

    Der Blick Seiner Majestät auf die diversen Hochadeligen, die ihm Gesellschaft leisten durften.

    Der Ferdl war jetzt auch nicht so der Fleißige und Tüchtige in der Schule, sein einziges Interesse war eigentlich die Jagd. Bildung de facto keine, kein Wunder, wenn man ohne Erziehungsberechtige aufwächst. Deswegen die vielen Gemälden mit den vielen Jagdszenen in den Privatgemächern, weil sonst hat er nicht viel getan.

    Das Ruder fest in de Hand hatte sie, seine ihm Angetraute, die Maria-Caro. Nicht nur daß sie 17 Kinder bekam, sie übenahm auch die Politik im Königreich und zeigte Ihrer „Lieben Frau Mutter“, daß sie in Wien gut aufgepaßt hat. Sie schaut ihr auch ziemlich ähnlich.

    Sie sorgte auch, daß auch Bildung an den Hof Einzug hielt und ließ über 10.000 Bücher für eine Bibliothek aus Wien kommen und ein paar Globen, wo die „Liebe Frau Mutter“ froh war, daß die Staubfänger endlich wer haben wollte. Ihr Bruder Joseph (II) hätte ihr bei seinem Besuch eher ein „Toskanisch Italienisch“ Buch mitnehmen sollen, da sie seiner Ansicht nach einen zu bäuerlichen Dialekt, nämlich neapolitianisch, sprach. Wir waren nicht amüsiert, schrieb er heim an den Hof nach Wien.

    „König von Neapel“, wie ersichtlich, diesen Titel gibt es schon doch seit einiger Zeit.

    Bewußt vergessen, wurde der Herr König, der sein Bett hier aufschlug, es war der Schwager von Napleon. Vom Bub eines Gastwirt zum König von Neapel, keine schlechte Karriere, erfolgreicher waren nur die Bernadottes, die heute immer noch das Königshaus von Schweden sind.

    Seine 5jährige Regentschaft ist jedenfalls nicht berücksichtigt worden, vielleicht waren sie ihm auch böse, weil er ein Original-Mosaik von Pompei in seine Kommode einarbeiten ließ.

    Die Dame links (am Gemälde, nicht die Aufseherin) hat ebenfalls Österreichbezug, hier handelt es sich um die 6 Jahre jüngere Schwester von „Sissi“, die mit dem letzten König von Neapel verheiratet war. Obwohl der alte Wittelsbacher-Vater immer gute Partien für seine Mädels gefunden hat, waren diese Herrscherdynastien dem Untergang geweiht.

    Aber zurück zum Ferdl, von dem gibts noch eine von Josef II, seinem Gast, überlieferte Geschichte. Jedenfalls hat er, voller Begeisterung und guter Stimmung und höchst erfreut, daß sein Schwager seinem tollen Fest beiwohnt voller Überschwang in die Hose in den Hintern gegriffen.

    Daraufhin war es vorbei mit lustig für den angehenden Kaiser des Hl. Römischen Reiches. Und verließ, vobei an den Löwen den Palast und reiste ab.

    Wir können nur hoffen, sein Schwager hat ihm auch die Rückseite des Palastes hin zum Park gezeigt.

    3km ist dieser als Bergpark geplante Barockgarten, in der Tradition von Versailles.

    Bis man das letzte Becken ereicht, mit der badenden Diana und anderen Motiven aus der Jagdgeschichte, da hat er sich sicher wohl gefühlt unser Ferdl.

    Es ist immer beeindruckend, wie es den Landschaftsgestaltern im 18. Jahrhundert gelungen ist mit dem Einsatz optischer Hilfsmittel diese 3km zum Schloß zurück zu vekürzen.


  • Ziel heute: Herukulaneum. Nicht so bekannt wie Pompeji, aber ebenfalls vom Ausbruch des Vesuvs direkt betroffen

    Aber am Meer gelegen, also früher, das hat sich im 72. Jahr des Herr. rasant geändert.

    Nach dem Ausbruch bedeckte eine bis zu 20m hohe Aschenschicht vollkommen diese Stadt mit ihren 4.000 Einwohner

    Und so sehen diese 20m dann in der Realität aus. Dort wo der See liegt, war früher das Meer. In den ehemaligen Docks der Stadt, suchten viele Menschen nach dem Ausbruch Unterschlupf oder versuchten verzweifelt auf das Meer zu flüchten

    Die Säule aus dem Vulkan ging bis 30km (!) in die Stratossphäre, bis nach paar Sttunden diese zusammenbrach, und Wellen von über 400 Grad auf die Stadt trafen. Kurz gesagt: wenn man nicht erschlagen wurde, ist man später einfach versampft

    Dabei hatten die Bewohner von Herculaneum gerade ihre vom Erdbeben gebeutelte Stadt im 62er Jahr so halbwegs wieder aufgebaut. Es half natürlich, daß ein einflussreicher Senator von hier stammt, ein Herr Marcus(!), hier verewigt, weil er da eingeäschert wurde.

    Viele Promis und Neureiche aus Rom zogen auch gern in das beschauliche Städtchen am Meer und nicht in die Trabantenstadt nach Aremorica., und bauten sich hier Villen mit Blick aufs Meer

    Das lokale Hotel, gerade vor der Wiedereröffnung, warb auch mit Meerblick

    Die Neureichen geizten nicht mit ihrem Rwichtum.

    Man lachte über die Figur des betrunkenen Stadtgründers, Herrn Hercules, der Zeusbub, nicht der Milchmann.

    Der Wein war wichtig, sogar die Preistafel hat die Jahre überlebt. Immer gab es 4 Sorten zur Auswahl.

    Original erhalten auch Holz, über 1900 Jahre alt

    Betriebsbereit das Dampfbad und der Umkleideraum der Damen

    Die sonst nicht so wirklich prüden Römer bestanden aber im Bad auf strikte Geschlechtertrennung, keine gemischte Sauna, daher hatten die Männer ihr eigenes Schwimmbecken mit Beleichtung durch das Außenlicht

    Da einige Villen in Originalhöhe ausgegraben wurden, bekommt einen guten Eindruck von der Höhe römischer Villen, hier noch mit der original Holzabtrennung.

    Oder die Versammlungshalle der ehemaligen Sklaven, die Augustus und Julius Caesar als Götter verehrt haben, die spinnen die Exsklaven. Die gestiftete Marmortafel hat aber paar Sprünge abbekommen

    Viele Gebäude sind zum Teil noch unter der Asche bzw wurde die Stadr darüber errichtet, wie zb das Forum, wo nur der Eingang freigelegt wurde

    Oder das Gymnasium für Sportwettlämpfe, da steht eine Seite frei

    Die Gegenseite befindet sich in diesem

    Tunnel

    So bekommt man in den Straßen einen schönen Überblick beim Flanieren über diese römische Stadt

    Und eigentlich ist man verwundert, daß es zu wenig Geld gibt, um diese Ausgrabungen fortzusetzen, wer weiß was noch alles gefunden werden könnte

    Zum Abschied hat sich der Verursacher dieser Katastrophe jedenfalls unter einer Wolkendecke versteckt….

  • Tanz rund um den Vesuvius

    Vom Neapel der Gegenwart (Architektonisches Highlight aus den frühen 70ern) gehts mit der Bahn zurück um gute 1940 Jahre in das allseits bekannte Pompeji.

    Die Stadtore sind geöffnet, das fahrende Volk wird eingelassen.

    Das Forum auch noch ruhig, die Karawane mit Reisenden aus fernen Provinzen oder auch einfach von den Römer nur Barbaren genannt, läßt noch auf sich warten. Beim Ausbruch wurde hier den Bewohnen sicher ein faszinierendes Spektakel geboten, so mit freien Blick auf den Verursacher.

    Gegen Vulkanausbrüche hilft auch keine noch so großer Apollotempel, der wendet sich ab und fühlt sich nicht zuständig.

    Auch die Glücksgottin, Schwester des Wettergotts und Uroma des Hockey- und Fuballgottes war nicht wirklich engagiert. Viele Pompejianer wurden beim Alltäglichen überrascht. Wie zb beim ältesten Wirten der Stadt, glücklich war, wer noch nicht bezahlt hat.

    Kalt blieben auch die vielen „Street-Food“ Küchen der Stadt.

    Die Bäcker und ihr Personal natürlich umsonst in der Früh aufgestanden, um die Stadt mit Brot zu versorgen.

    Dafür war die Südtangente leer, obwohl wie man von den Spuren sieht, da immer einiges los war.

    Andere waren gerade nach der Leibesertüchtigung beim Schwimmen im Freibad

    Das Dampfbad, wo man sich später zum politischen Tratsch traf, wurde zum Verdampfbad.

    Einen Steinwurf entfert, im ältesten Bordell hat man sich schwer verkalkuliert, weil man erst vor vor einem Jahr das Laufhaus mit zusätzlichen Betten (sogar mit Holztüren zum Schließen, welch ein Fortschritt!) für die frischen Skalvinnen aus allen Teilen des Reiches, erweitert hatte.

    Da hilft nicht einmal mehr die stadtweite Werbekampagne.

    Aber welche Graffits halten sich sonst wo über 1.900 Jahre?

    Gut, das Theater war noch nicht fertig wieder aufgebaut, weil es 20 Jahre vorher beim Erdbeben zerstört wurde.

    Dafür wurden dort, wo früher Otternasen und Biberohren zum Naschen angeboten worden sind, im ehemaligen Unterhaltungsbezirk Food Court, die Typen untergebracht, die bei der Frage, wie sie heißen immer antworteten. „I am Gladiator“ und dann ziemlich langweiliges Zeug über ihr Leben erzählten, unaufgefordert.

    Dabei hatte man sich so gefreut, daß endlich wieder die Stadionsperre von der Römischen Gladiatoren Liga aufgehoben wurde, Dank Nero und dem Erdbeben im 62er Jahr.

    Nur weil es Ausschreitungen im Pulikum zwischen Pompeji und Nucera mit Toten gab und die Gladidatorenvertretung beleidigt abtrat, weil sie einen exklusiv Vertrag auf Töten innerhalb dieser Arena haben, war man da nicht ein bisserl kleinlich?

    Es war wieder an der Zeit, daß wieder Gladidatoren durch diese Gänge schritten (und hoffentlich, hoffentlich fragt sie keiner nach ihren Namen, sie sollen nur kämpfen)

    Vielleicht hätten die Pompejianer doch die Zeichen der Zeit erkennen sollen, als der Tempel der Isis einstürzte und dies nicht als zweitklassige Religion von zugewanderten Sklaven der 2. Generation abtun.

    So existieren die Opfer dieser Naturkatastrophe als Gipsabdruck, fast schon 2.000 Jahre nach dem Unglück und man fragt sich, was und wie haben sie die letzten Minuten erlebt?

    Und der, der alles miterlebt und überstanden hat, dreht sich vom Vesuv ab und blickt schweigend über das Land.


  • von Neuen und Alten Palästen

    Die wuchtige Festung, das Castel Nuovo, darf den Anfang machen. Sich als neue Festung zu bezeichen, heißt aber in Neapel nicht, daß diese Anlage im 19. Jahrhundert gebaut wurde, schon im 13. Jahrhundert errichtet der König von Anjou diese Gemäuer. Nur diese Mauern sind schon nicht mehr von ihm.

    Der König Alons von Aragon, der Herr unter dem Baldachin während seines von aller Welt erwarteten triumphalen Einzug in Neapel, wandelte die aus vulkanischen Tuffgestein erbaute Burg in eine richtige Festung um. Tuffgestein hält nich so wirklich Kanonenkugeln aus.

    Die eher karge Gestaltung der Residenz war der militärischen Nutzung geschuldet, der König, von Gott auserwählte, mußte ja beschützt werden. Über die Treppe kommt man in den Thronsaal.

    Diese Decke bestaunten auch nicht so loyale Fürsten des Königs von Aragon, deswegen wurden sie zu einer Hochzeit eingeladen in diesem Raum und blieben auf ewig.

    Nicht weil die Gastfreundschaft von Aragon so einzigartig gewesen wären, sondern weil sie ihr Leben da unten in der Kerkern beendeten. Leide konnten sie nicht wissen, daß unter ihnen, neben den alten Gemäuern aus der Anjou Zeit, auch noch Reste einer Fischfarm der Römer sich befinden.

    Wie es so ist, wo in Neapel gegraben wird, wie hier eine neue Ubahn, findet man die Reste der römischen Hafenanlage

    Die Jahre zogen ins Land und brachten wie in Neapel üblich, durch divese Heiraten, Kriege und Kinderlosigkeiten wieder neue Herrscher, auch „unsere“ Habsburger waren immer wieder an diesem Königreich interssiert. Mittlerweile war der Spanische Vizekönig der König von Neapel. Diesem war es natürlich nicht zuzumuten in einer Kaserne zu residieren, sprich ein Palast muß her, und so wurde der Palazzo Reale errichtet.

    Die gegenüberliegende Seite wurde vom Schwager von Napoleon geplant, ohne Kirche, die kam als Retourkutsche von den Bourbonen, die nach den Niederlagen von Napoleon, wieder in Neapel das Sagen hatten. Orignal wär es eine Verehrungsstätte für den Imperator geworden, aber Auswärtsniederlagen in Russland und Belgien beendeten diese Planungen vorzeitig, der Planer wurde ebenfalls in den Kerker geworfen, ob seiner Pläne oder ob der Verwandtschaft, ist beider möglich.

    Am Meer entlang geht es weiter Richtung „Alte Festung“ mit Blick auf den Vesuv.

    Um bei der Zeitreise nicht zu verdursten, sorgt sich die lokale Zunft der Kioskbetreiber mit Labstellen für die Einkehr und Rast.

    Das Castell dell’Ovo ist erreicht, die älteste Festung Neapels. Gegründet vom Herrn Lucullus aus Rom, nicht nur Gourmet und Freund der Küche, sondern auch Villenbesitzer aus Neapel.

    Aus den Resten der römischen Großvilla bauten die Normannen, (wer nicht aller in Neapel war…), sich eine kleine, aber feine und de facto uneinnehmbare Festung, die ziemlich hoch über dem Meer thront. Unterhalb der Festung hat man auch Überreste der griechischen Siedlung gefunden.

    Nicht nur als Festung, auch als Gefängnis für diverse unerwünschte Herrscher, die man beseitigen wohnte, dienten diese Mauern. Die Spanier nützen sie als Ergänung zu ihren Kasernen und zur Festung St. Elmo, die hoch über Neapel drohnt.

    Von der Festung gibts einen Blick auf die Strandpromenande in den Westen der Stadt und natürlich auch auf den Vesuv.

    Parthenope, eine der Sirenen, die den guten alten Odyesseus ablenken wollten, wurde hier tot angeschwemmt, enttäuscht, weil sie ausgetrickst wurde.

    Die diversen Lokalbesitzer an der Promenade sind jedenfalls erfolgreicher die Kundschaft anzulocken.

    Vor allem, wenn die Wintersonne sich so verabschiedet.


  • Unter dem strengen Blick des Stadtheiligen San Gennaro, (latein Januarius: sehr passender Heiliger für einen Januar-Urlaub, gut ausgesucht!) beginnt die Erkundung des Altstadtviertel von Neapel.

    Altstadt ist vielleicht in Neapel eher ein Hilfsbegriff, war hier, wo jetzt die Franziskaner eine Kirche gebaut haben, schon in der Zeit der Griechen und Römer ziemlich viel Betrieb.

    Eine Säule des alten Tempels steht noch, der Tempel der Römer wurde umgewandelt, die römischen Götter mußten ausziehen, da sie vom Ein-Gott-Glauben Konkurrenz bekamen und dies auf einmal schick wurde.

    Und schon errichteten die Katholen nach der feindlichen Übernahme der ehemals römischen Konkurrenz ihre Filiale, mit ziemlich viel Platz für das Publikum.

    Die Nachbarn, die sparsamen Franziskaner, errichteten ihre lokale Zentrale auf den Trümmern einer großen römischen Shopping Mall.

    Die original erhaltene Ladenzeile mit der Straße. Ob das auch schon eine Fußgängerzone war bzw waren Sänften mit Sklaven erlaubt?

    Noch erhalten der Backofen des römischens Manns, der sogar backe kann.

    Hier wurden Spezereien oder feinstes Geschmeide an die Kundschaft Neapolis feilgeboten und um Sesterzen gefeilscht.

    Von der über 400km unterirdischen Tunneln, die es unterhalb im Vulkangestein von Neapel gibt, ist einer davon für die Öffentlichkeit geöffnet, über 150 Stufen gehts runter in die Unterwelt.

    Diese Höhlen dienten als Steinbrüche für die Gebäude der antiken Zeit, dh zehntausende von Sklaven verbrachten als unfreie Menschen ihr Leben unterirdisch bis zum Tod durch Arbeit.

    Die Höhlen dienten auch über 2.000 Jahre als Aquädukt und Wasserversorung für die Stadt, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sprudelte Wasser durch diese engen Gänge

    Dann wurde auf diese Höhlen vergessen, erst bei den Bombenangriffen auf Neapel im 2. Weltkrieg erinnerte man sich, daß man ja eigentlich über einen überdimensionalen Luftschutzkeller verfügt.

    Zurück an der Oberfläche ist man doch leicht überrascht von der Tatsache, daß dies der Eingang zu einem römischen Theater sein kann.

    Durch das ehemalige Schlafzimmer, gehts über Stiegen in den Weinkeller, was die früheren Bewohner auch so geglaubt haben…

    und schon steht man in den Überresten des Römischen Theaters für über 7.000 Leute.

    In einer Wohung in der Nachbarschaft befinden sich die ehemaligen Abgänge zu den Plätzen. Und wenn es ganz ganz still ist, dann hört man immer noch die furchtbare Stimme von Kaiser Nero, der hier für die Show „Rom sucht seinen Superstar“ aufgetreten ist und überraschend gewann.

    Zurück an der Oberflächte und schon sind wir auch ohne Zeitmaschine wieder im Mittelalter und zwar am Platz des Bettelorden. Die Säule ist Vertretern, Immobilienmaklern, Autoverkäufern und anderen Hausierern gewidmet.

    Der große Glockenturm gehört zum Klosterkombinat der Chiaras gemeinsam mit den „kleinen Brüdern“. Ob die Chiaras auf die aufpassen mußten, ist nicht bekannt.

    Daß das ein Kloster für adelige Mädels, die man nicht verheiraten konnte, wird klar, wenn man den Kreuzgang sieht. Damit sie ihr tolles Leben an den diversen Höfen nicht vermissen, hat man ihnen eine überdimensionale Wandzeitung hingemalt.

    Außerdem hat man den Girlies aus hochadeligen Kreisen einen schönen Klostergarten mit bemalten Säulen und Bänken hingestellt samt Mandarinen- und Orangenbäumen.

    In der dazugehörigen Kirche, die im 2. Weltkrieg zerstört wurde, befinden sich die Gruft der neapolitansichen Bourbonenkönige, die wiederum sehr gern mit Prinzessinnen aus Wien verheiratet worden sind. Eine davon, Maria Karolina, nach der Heirat mit dem Ferdl aus Neapel, ein lustiger Herr, von dem wird in den nächsten Tagen mehr zu lesen sein, mußte sie sich von Karolina auf Caroline umbennen, hatte 17 Kinder, von denen hat sind hier 8 begraben, also alle, die als Kinder gestorben sind.

    Wo Könige und Prinzessinnen genannt werden, da sind auch Burgen und Schlösser nicht weiter und damit wird es morgen weitergehen….

  • Am Zusammenfluß von Rhone (links) und Saone, genannt Confluence, hat man die ehemaligen Hafen- und Industrieanlagen warm abgetragen und einen neuen Stadteil rausgestampft…

    Ein großzügiges Einkaufszentrum, wenn man schon dabei ist, kommt immer gut an.

    Der „Spinatbunker“ von Euronews erklärt mir wenigstens jetzt, warum die so ein Programm machen. Find ja die eher verzichtbar.

    Teile der alten Zuckerfabrik stehen jedenfalls noch herum, und erklären uns den Unterschied zwischen Links und Rechts.

    „Star“ ist aber, Achtung!: Österreichbezug, das von Coop Himmelblau entworfene Museum „Musee des Confluences“.

    Der Bau macht auch was am Tag her, irgendwie fühlt man sich an einen Sternenzerstörer aus Star Wars erinnert, und an das Gebäude der Vuitton Stiftung von Frank Gehry.


    Innen ist wie so oft in der heutigen Zeit die Architektur das Highlight, das „Museum“ ist eigentlich (wie schon in Marseille) eine Enttäuschung. Warum man nicht die Industrie- und Arbeitswelt, die ja vor der Tür liegt, gewählt hat, ist mir schleierhaft. Statt dessen ein nebuloses, oberflächliches, an ein naturhistorisches Museum angelehntes Pseudomuseum, welches irgendwie die menschliche Entwicklung erklären will und kläglichst scheitert.

    Vor allem Schade, weil die Franzosen ja wissen wie es geht, genau das Gegenteil nämlich ist dieses Museum, am Standort des Gestapo Hauptquartiers der Nazis in den 40ern, der Hauptarbeitsort des Folterknecht Klaus Barbie.

    Da braucht es auch keine „In“-Architekten, hier zählt die das Authentische.

    In diesen Gemäuern folterte die Gestapo 100e von Widerstandskämpfer der Resistance und schickte tausende Juden gemeinsam mit den Beamten der Vichy Regierung in die Gaskammern. Und wie die Spinne im Netz saß der brutale Kommandant der Gestapo, Klaus Barbie. https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Barbie

    Der Prozess wurde ihm hier gemacht, ein Film über diesen läuft ebenfalls im gut gemachten Museum und Dokumentationsarchiv.

    Vor allem bekommt bekommt der Besucher ein gutes Bild über die Entwicklung der Resistance, allen voran auch von der Arbeit von Jean Moulin https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Moulin, Held und Einiger der verschiednen Widerstandsgruppen. Nicht umsonst bezeichnete Charles de Gaulle nach dem Krieg, Lyon als Hauptstadt der Resistance. Und so sind wir wieder in der Gegenwart angekommen und verabschieden uns von dieser historisch so interessanten Stadt zwischen Rhone und Saone mit einem Bild vom 14er Wiggerl natürlich. Deswegen weil mich Einheimische beim Fotografieren angesprochen haben, was das nicht für ein schönes Bild sei. Das macht einen doch stolz…. FIN.



  • Wie üblich, der Tag beginnt mit Stiegensteigen. Diesmal führen sie in den 2. Bezirk, nein nicht die französiche Schwester der Leopoldstadt, sondern nach „Le Panier“, benannt nach einer Wirtschaft.

    Aufstieg in den 2.

    Die Kirche, erbaut über einen Römertempel, hatte früher die Aufgabe vor allen Gefahren zu warnen, anscheinend auch vor der Revolution, natürlich stand die Kirche im Lager der Besitzenden, und wenn das ganze Viertel rund herum eher ärmer ist, führt das zu einem Warmabtragen. Von der Reaktion wurde die Kirch wieder errichtet, um alle „Sünden der Revolution“ wegzubeten.

    Der Architekt dieses Hauser oder der Besitzer dürfte eher als Schmal-Hans gegolten haben.

    Das Viertel wirkt, obwohl mitten im Zentrum, manchmal ziemlich ländlich.

    Doch die Kunst des Graffitis sorgt für den Alternativen Touch des Viertels…

    Die „Haupstraße“ die Rue du Panier durchzieht das Viertel, hier stand auch das Wirtshaus.

    Wo es viele arme Leute gab, machte auch das Armenhaus in der Nachbarschaft gleich Sinn, die „Charite“, sie gab auch vielen Obdach, die Opfer der Stadteilzerstörung durch die Nazis wurden und wurde in den 60ern Jahren vor der kompletten Demolierung gerettet, heute gibts da einige Kunsthanderwerker und 2 Museen, darunter das für Poesie. Schöner Titel…

    In der Nachbarschaft einer von vielen lustigen Artshops.

    Nächste Station, der älteste Platz der Stadt, dieser war schon als Agora der griechischen Kolonie im Einsatz. Aber interessanterweise kein griechischer Restaurant am Platz, da wären sie aber beleidgt, die Hellenen

    Über die Brücke gehts in das Fort St. Jean, einer Befestigungsanlage, ausgebaut vom 14er Wiggerl. Aber als Festung und Stitz des ranghöchsten Adeligen schon seit dem 12. Jhdt in Betrieb.

    Gegenüber das Fort St. Nicholas, um die andere Seite der Einfahrt zu schützen.

    Der Turm, errichtet von den Johannitern, als sie noch Zei dafür hatten und nicht als Komparsen für diverse österr. Filme im Einsatz waren, bewacht ebenfalls seit über 800 Jahren den Hafen.

    Wichtig war für den Ludwig naütlrich auch, daß die Kanonen in die Stadt zielen können unter dem Motto: „Dem Volk darf nicht vertraut werden“, vor allem, wenn so viele Matrosen, Seeleute und Arbeiter in der Stadt sind. Die Festung wurde aber gestürmt während der Revolution und die Kanonen unschädlich gemacht macht.

    Von der Festung hat man ebenfalls eine guten Blick auf das moderne Gesicht der Stadt auf das Gebiet der ehemaligen Hafenanlagen. Wie in jeder Großstadt haben sich Häfen überlebt und die Städte sind gezwungen den entstanden Platz neu zu „bespielen“, Marseille hat viel Geld von der EU in die Hand genommen und diverse Mussen, die sich mit der Geschichte und Entwicklung des Mittelmeerraums beschäftigen, gebaut. Die Kathedrale war schon vorher da, die wurde nicht mit EU Geldern errichtet.

    Highlight, auch architektonisch das Mucee, mit der Festung, die ebenfalls als Ausstellungsraum verwendet wird, über einen Steg verbunden.

    Vor allem die Fassade animiert den Besucher selber sich als Fotokünstler zu versuchen, zeigt doch daß der Architekt alles richtig gemacht hat.

    Im Gegensatz zu den Herrschaften, die diesen Kubus mit Inhalt füllen sollten, das ihnen nicht wirklich gelingt. Zwar in guten Ansätzen erklärt die Hauptausstellung über die historischen Großmächte des Mittelmeers im 16. Jhdt, aber es wird dann vom 16. Jhdt. in die Jetztzeit gesprungen, ohne zu erkären wie es weiter ging. Ohne auf Probleme einzugehen. Ohne Algerien und den Kolonialwahn der Franzosen zu erwähnen, das verlangt man schon mittlerweile von einem Museum.

    Dafür eine höchst sonderbare Austellung über Entwicklung der Landwirtschaft auf Volksschulniveau. Sollte dies die Zukunft einer Museumgestaltung sein, wär das bei diesen Gebäude wirklich schade und ein Haubenlokal braucht es eigentlich auch nicht auf der Terrasse, die noch dazu eine Freundlichkeit einer DDR Kantine aus den 60ern Jahre zeigen.

    Verlassen wir den Landeplatz der Museumsraumschiffe und hoffen wir, daß sie in Zukunft einen bessern Kurs steuern, nebenan gibts noch die alten Docks sprich Lagerhäuser des Hafens, auch die wurden einer neuen Nutzung zugeführt.


    Die oberen Stockwerke werden für Startups verwendet. Das „Innere“ findet als hochklassiges Einkaufszentrum samt Gastronomie Verwendung. Einmal ganz was anderes, aber durch die Höhe schon eine ziemlich eindrucksvolle Weihnachtsdeko.

    Damit ist Marseille beendet, dankenswert hat die Stadt uns Reisenden ein Denkmal gesetzt, sehr löblich. Morgen gehts per TGV zurück nach Lyon.


  • In der Früh gehts gleich rauf auf den Berg. Nicht daß jetzt der Leser glaubt, ich zünd ein Kerzerl bei „Notre Dame de la Garde“ für die Caps an, aus Dankbarkeit, weil sie wieder gewonnen haben. Keine Angst, der Blog bleibt laizistisch.

    Aufstieg zur Notre Dame de la Garde

    Vom Berg entschädigt der Blick auf den Alten Hafen der Stadt für den Frühsport.

    Blick auf Marseille

    Jedenfalls hatte die Gute Alte Mutter einen tollen Blick auf die Häftlinge im Chateu d’If. Nicht nur diverse Grafen aus Monte Christo waren dort, sondern auch diverse erfolglose Revoluzzer durften hier über die Gründe ihrer Niederlagen nachdenken. Geholfen hat sie ihnen jedenfalls nicht.

    Gefängnisinsel

    Aber nicht nur als Gefängnis diente die Insel, sondern als Teil der Festung um den Hafen zu sichern. Ausgebaut unter dem bekannten Ludwig Nr. 14, der hier seinen wichtigsten Flottenstützpunkt ausbaute.

    Hafeneinfahrt

    Die Gegenwart hat ebenfalls spektakuläre Bauten zu bieten, in der Morgensonne erwacht das Stade Velodrome, Heimat von Olympique M.und ab zu dürfen die TdF Radler in die nach ihnen benamsten Arena.

    Stade Velodrome

    Vorbei an einem Panzer der Freien Franzosen, der bei der Erstürmung des Hügels liegen geblieben ist, geht es runter. Die Wehrmacht hat sich tapfer wie sie war, unter dem Rockzipfel der Alten Dame versteckt.

    Der Panzer

    Unten angekommen im Carre Thiars. Hier trafen früher Spezereien aus den Kolonien ein, heute fahren LKWs vor.

    Carre Thiars

    Ein ziemlich schauderhaftes Gebäude ist noch immer übrig, das Arsenal. Hier wurden die Galeerenhäftlinge gehalten und der oberste Galeerenkommandant saß ebenfalls da. An Nachschub hats im franz. Königreich nie gemangelt, eine kleine Steuererhöhung und schon gabs neue Kandidaten für die Fußfesseln. Und wie gesehen, das Chateu d’If war auch in der Nähe….

    Das Arsenal.

    Das Galeeren Oberkommando wurde mittlerweile zum Galerien Stützpunkt für hiesige Künstler. Ohne Trommelbegleitung und Fußfessel.

    Galerien.

    Marseille war immer schon ein wichtiger Umschlagplatz für Olivenöl, hier wurde von den Schiffen ausgeladen, gelagert und nach Frankreich geliefert.

    Olivenölplatz

    Einiges vom Öl wurde gleich von den Nachbarn abgenommen, Marseille ist auch die Stadt der Seifensieder. Ob das so eine Auszeichnung ist. JSedenfalls hat man sich den Titel der Stadt der Saubern verdient, mit jahrhundertelanger Geschichte im Seifensieden bzw kann mal stolz sagen „auf der Saff sans da zhaus, weil sie kennen sie aus“

    So genug vom Einseifen der Leser, ein Blick auf die eindrucksvolle Festung der Hafeneinfahrt um den Standort Marseille zu schützen.

    Die Festung und der Hafen haben an Bedeutung verloren, im einen ankern nur mehr Fischerboote und div. Motorjachten und Segelboote, die Festung ist Teil des MUCEM, welches sich mit der Geschichte des Mittelmeerraums beschäftigt.

    Das MUCEUM ist Teil des Neuverbauung der alten Hafenanlagen, samt Einkaufszentrum und diverser Hochhäuser, davon einer von Jean Nouvel, davon morgen mehr.

    Am Kai hat Norman Foster seinen Regenschirm für uns aufgespannt.

    Das wird von der Generation Selfy natürlich schamlos ausgenützt….

    Die nicht dazu passenen Wohn-Betonblöcke rund um das Alte Rathaus verdanken wir den Nazi-Herrenmenschen, der sich hier wieder „ausgezeichnet“ hat: in einem Irrsinn von Vergeltung, Hass , Dummheit und Angst kamen sie 1943 auf die „glorreiche“ Idee, das historische Zentrum einfach zu sprengen, und den Bewohnern genau 2 Tage Zeit zur Evakuierung gaben. Grund war natürlich, daß hier viele jüdische Flüchtlinge Unterschlupf fanden und sie diese liquidierten samt einer jahrhundertelanger gewachsenen Besiedlung, die bis zu den Griechen zurückgeht.

    Reste der Stadt der Griechen wurden bei der Errichtung eines Einkaufszentrums mitten in der Stadt gefunden.

    Nicht nur Gebäude wurden freigelegt, Bauarbeiter fanden Überreste eines griechischen Segelschiffs und eines lagen Römer-Schiffes, einzigartig in seiner Komplettheit.


    Stiegen am Anfang des Tages, über Stiegen gehts auch heim in meine „Hood“, ein ziemlich lässiges Viertel, der Cours Joulien.

    So kann Revitalisierung eines Viertels auch ausschauen, muß ja nicht immer das zuckersüße Zu-Tode-Renovieren wie bei uns daheim sein.