• In den Arenen der Arelaten

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    Willkommen im Sumpf! Die Römer bewiesen immer Humor mit ihren Ortsnamen. Dabei  wird der Reisende gleich bei der Ankunft mit einem großen Brunnen begrüßt. Den braucht es auch bei Mitte November und über 20 Grad….

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    Hauptattraktion von Arles, natürlich von Arles. Da die römische Kolonie vom alten Julius gegründet wurde, muß man seinen Einwohnern schon was bieten…

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    Gute 20.000 Zuseher fanden in der Arena Platz und unterhielten sich bei Gladiatoren, verfolgten Christen und diversen Tieren aus dem Römischen Reich.

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    Der 3. Stock fehlt und wurde im Laufe der Zeit abgetragen und als Steinbruch für neue Gebäude verwendet. Um sich die Stadtmauer zu sparen, hat man in der Zeit nach den Römern gleich die Häuser in die Arena gebaut und die Wachtürme draufgebaut.

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    Der Große Preis der Streitwagenfahrer von Gallia Narbonensis wurde hier ebenfalls ausgefahren

    IMG_8891Und hier der Zugang für die Zuspätkommer, das sollte dann doch überlegt werden, ob es risikiert werden soll….

    Eine gut gewachsene Römerstadt braucht natürlich auch ein Theater, aber anscheinend war die da eher sportbegeistert, war eher kleiner angelegt als in Orange.

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    Für zu experimentierfreudige Theatermacher (Stichwort: „Orgien, wir wollen Orgien“) oder gar Regimekritiker („Die spinnen, die Römer!“) war hier nicht wirklich Platz, zu Nahe war die Arena  mit ihren Rundbögen gefüllt mit Löwen und anderen wilden Tieren.

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    Der alten Straße folgend, die es auch schon zur Römerzeit gab, geht es auf den „Hauptplatz“.

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    Dieser hat nicht nur einen Obelisken zu bieten, sondern auch diverse interessante Gebäude.

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    In der Kirche wurde der Kaiser Barbarossa zum König von Burgung gekrönt, hat ihm am Schluß auch nix geholfen, vielleicht hat in der eine Titel mehr deshalb nach unten gezogen, wie er im Fluß untergegangen ist.

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    Innen findet sich eine ziemlich große Sammlung von diversen Reliquien von heiligen Menschen. Oder die Bischöfe haben sich für viel Geld ziemlich viel Tand andrehen lassen. Soll ja ein ziemlicher Wirtschaftszweig gewesen sein, der Handel mit Reliqiuen und diverser Leichentücher. Jedenfalls Barbarossa haben sie nicht geholfen, die Vereinigten Heiligen von Arles.

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    Nicht nur über der Erde wird dem Alten Forum der Römer erinnert….

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    Unterirdisch sind noch die alten Stützmauern, die für das Forum vor über 2.000 Jahren errichtet worden sind erhalten. War ziemlich gespenstischer Abstieg alleine in die Unterwelt von Arles….

    Diese werden Cryptoporticus genannt und sind irgendwie ziemlich einzigartig. Dienten im 2. Weltkrieg auch als Luftschutzkeller. Es gibt Erkenntnisse, daß sie auch als Unterkünft für Sklaven dienten. Jedenfalls ziemlich beeindrucken solche 2.000 Jahre alten Konstruktionen zu sehen, mit Abwasserkanal.

    Auf ebener Erd gibt es noch weitere Römische Einrichtungen, wie das die Thermen des Augustus. Das Kommunikationszentrum in der römischen Zeit, wo sich alle trafen, diskutiert und getrollt wurde. Als wie das Internet, nur physischer, aber dafür alle nackt.

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    Die beschauliche Stadt mit ihrem südlichen Klima bietet neben zahlreichen Motiven auch interessante Farben…

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    Das zieht natürlich Kreative an, wie einen gewissen Herrn van Gogh, der hier sein Openair Atelier aufgeschlagen hat.

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    Färbt auch auf mich ab…..

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    …und so endet der Tag, und wie seit 2.000 Jahren steht der Mond über den Zeugnissen römischer Architekturkunst.

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  • Aufgedeckt: Niederländer sind nicht Orange.

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    Per Zug gehts ins benachbarte Orange. Bekannt unter den Namen Arausio in der Welt der Römer. Um die Gallier immer an die Niederlage bei Alesia zu erinnern, hat man bei der Einfahrt gleich eine größere Infotafel für das reisende Volk aufgestellt, um zu zeigen wer der Herr im Haus ist.

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    Die Rückseite wurde ebenfalls genützt, damit die Herrschaften, meist Theaterbesucher, nicht vergessen, wer das alles gebaut hat.

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    Die Rückseite des Bühnenbereiches steht ziemlich eindrucksvoll mitten im Zentrum der kleinen Stadt.

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    Wie seinerzeit die Schauspieler betritt man den Innenraum von der Seite…

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    und schon erwarten uns bis zu 10.000 vor Vorfreude begeisterte Zuseher in einem der best erhalteen Theater der Römer, das noch existiert und nicht als Steinbruch für diverse Nachfolgebauten herhalten mußte, weil es ziemlich einfach war, wenn so große Steine herumliegen.

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    Ganz oben von den ehemals billigen Plätzen gibts jedenfalls eine spektakuläre Sicht auf das was unten auf der Bühne geboten wurde. Die meisten Zuschauer haben sich aber mehr dafür interessiert, was in den ersten 3 Reihen passiert ist und wer wo mit seiner Gattin bei welcher Persönlichkeit sitzen durfte und wer aus dem fernen Rom angereist war.

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    Für diverse Wechsel zwischen Kaiser oder Konsul waren die Römer vorbereitet; einfach den Kopf abmontieren und den nächsten draufsetzen. Jedenfalls wird schwer renoviert, da das Gestein schon ziemlich porös ist.

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    Neben der Kunst gleich die Religion, hier stand ein großer Tempel und das Forum schloß sich dem Theater an.

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    Vom Forum selber seht nur noch diese Mauer, überhaupt gibts in dieser Stadt ziemlich viele Ruinen verschiedener Zeiten….

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    Diese Treppen führen rauf zum ehemaligen Schloß der Fürsten von Orange, welches aber seit der Revolution nicht mehr existiert, vor allem gehört schon vorher zu den Lieblingsfeinden von Ludwig XIV, da ja über komplizierte dynastische Verwicklungen die Fürsten von Orange zum Königshaus der Niederlande aufgestiegen sind. Und protestantisch warens auch noch. Dieser Herr nicht, der war noch brav mit bie den diversen Kreuzzügen.

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    Jedenfalls hat der Name „Orange“ des Orts mit der Farbe gar nichts zu tun. Sondern er bezieht sich auf den keltischen Wassergott Arausio. Da wurde einfach nicht richtig hingehört im Lauf der Jahre bzw kam „Orange“  durch diverse Dialektaussprachen oder diverse provenzialische Nuschler zustande. Dh die Niederländer bezeichnen sich zu Unrecht „Oranjes“ und könnten das nächste Mal auch in zuckerl-rosa Dressen im Fußball auflaufen. Das alles erfährt man in dieser kleinen mitteralterlichen Stadt mit ihren römischen Wurzeln.

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  • Wir sind Papst und Gegenpapst sowieso

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    Wie gestern erwähnt, geht es heute in den „Ersatz-Vatikan“ der Päpste und Gegenpäpste von Avignon.

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    Nicht nur Touristen sind bald unterwegs, auch die die Französiche Armee, die heute den 100. Jahrestag des Waffenstillstandes vom 1. Weltkrieg feiert und den Toten des „Grand Guerre“ gedachte, mit immerhin über 1,4 Mio Tote bezahlte man diesen Irrsinn der Kriegstreiber der Hohenzollern & Habsburger.

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    Zurück ins 14. Jahrhundert und in den Ehrenhof des päpstlichen Palastes.

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    Viele fragen sich ja, warum überhaupt die Päpste auf die Idee kamen, sich in Avignon anzusiedeln. Der französische König kaufte einige Kardinäle und schon wurde ein Kandidat aus Frankreich gewählt. Der war eher reisefaul und nich wirklich von Rom bzw Italien begeistert, bzw. war es da auch noch üblich als Papst meist mit Gefolge herumzuziehen. Da Avignon noch nicht zu Frankreich gehörte, sondern zu Neapel, und ganz gut konnten mit dem Vatikan, einigte man sich. Vorteil für Avignon war direkte Verbindung mit der Brücke über die Rhone nach Frankreich, die noch nicht eingestürzt war. Der französiche König war auch begeistert, er konnte de facto ins Hl. Römische Reich zu Fuß rüberspazieren, wenn ihm danach war und noch wichtiger, da war auch Zoll fällig und die Herrschaften drüben in Avignon hatten ziemlich Bedarf für ihren Hof. Der Turm war der Grenzübergang und stand in Frankreich.

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    Außerdem schafft es Arbeitsplätze. Gute 35 Jahre war man mit dem Bau der „Größten Baustelle des Jahrhunderts“ beschäftigt mit Bau und Umgestaltung und Neubau usw. Erklärt auch die verschiedenen Baustile. Endlich fertig war man dann 1370, 1376 ist der Papst nach Rom zurückgekehrt und ab 1415 war es auch vorbei als Residenz der Gegenpäpste.

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    Für solche Projekt braucht es viel Geld, gut die frommen Herrscher gaben gern, von den Kreuzzügen blieben auch einiges über und von Steuern, Ablässen und Zehent der Bevölkerung konnte man auch gut leben. Dafür gab es eigene, mit dicken Mauern gesicherten und mit schmalen Fenstern versehene Räumlichkeiten, um diese Schätze zu lagern. In dieser Schatzkammer, wo die wertvollen Sachen gelagert wurden, gab es auch noch Kammern unter dem Boden, um die Sesterzen zu verstecken.

    Verständlich, daß man so einen Tresor auch schüzten muß, nicht nur den Papst, kein Wunder, daß die Festung uneinehmbar war und auch monatelange Belagerungen stand hielt.

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    Für die gemeinsamen Mahlzeiten und das eine oder andere Fest, um den Heiland zu gefallen, weil man gönnt sich ja sonst nix, wenn die Bauern schon gefüllte Ochsen vorbei bringen, gabs jedenfalls genug Platz für den Hofstaat des Papstes. Er selber hatte aber einen davon abgetrenten Raum zu essen, um sich nicht unters „Volk“ mischen zu müssen. Der Speiseraum ist auch der größte Raum des Palastes, zeigt auch, war wirklich wichtig war und ist. Der Glauben braucht ja Stärkung.

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    Die Räumlichkeiten sind ziemlich karg, da vieles während der Franz. Revolution geplündert wurde bzw war die Nachnutzung als Kaserne, auch da wurde viel zerstört. Die Fresken, die übrig geblieben sind, geben jedenfalls einen Eindruck, wie das ausgesehen hat. Da dürften auch einige Maler beschäftigt worden sein.

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    Der Thronsaal, hier wurden Kardinäle geweiht und Politik gemacht und eine oder andere Grauslichkeit im Namen des Herrns beschloßen. In diesem Raum gab es ziemlich interessante Ausführungen zum Thema Inquisition, Ketzer und Hexenverbrennung und waren wir nicht zu streng mit den Templern.

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    Der Eingang links führt zu den Privatgemächern des Papstes, auch war das Büro im Zeremoniensaal, also kann man von einem „Home-Office“ sprechen.

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    Zur Arbeit mußte der Papst wirklich nicht weit, auch wenn er zur Messe mußte, war es nicht weit und schon stand er in seiner Kathedrale, die heute für Ausstellungen genutzt wird. Für große, weil Platz ist genug.

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    Unterhalb der Kathedrale befindet sich ein ebenso großer Raum, wo das oberste kirchliche Gericht tagte und Audienzen gewährt wurde. Dort wurde man heilig gesprochen, wenn man der richtigen Famile angehört hat und paar Sesterzen mitbringen konnte. War auch ein ziemlich gutes Geschäft und es gab eine große Schatzkammer zu füllen, wie wir gesehen haben. Oder es wurde gleich kurzer Prozess gemacht.

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    Nach so viel Kirchengeschichte wird es Zeit die Aussicht zu genießen…

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    Wir blicken rüber nach Frankreich und singen das Lied der Pont d’Avignon….

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    Die Republik mit ihren Offiziellen (und den Soldaten vom Anfang, schwer aktiv) bei der Gedenkveranstaltung.

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    Der Blick über den Place de l’Horloge mit dem Rathaus, das Opernhaus wird gerade reonviert.

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  • Unterwegs zu den diversen Päpsten

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    In Lyon gab es auch einen Papst, den der französichen Küche (links), ihm wurde eine Feinschmecker-Markthalle (rechts) gewidmet, dazwischen gibts übergroße Topfpflanzen der Gärtner Lyons (Mitte), was immer die dort anbauen wollen…

     

     

    Angeboten werden diverse Spezereien, auch frischer Fisch aus Lutetia ist dabei. Interessierte können auch noch gleich einen Kochkurs vor Ort absolvieren. Im Grund ist die Halle das, was der Naschmarkt gern sein würde, aber in Lyon spielen sie da in einer anderen Liga…

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    Per TGV gehts der Rhone Rtg Süden entlang in die Stadt der Päpste, nach Avignon, die sich immer noch hinter einer dicken Stadtmauer verschanzt, um von Ungläubigen nicht überrannt zu werden bzw heute Touristen.

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    Mein Quartier ist natürlich bei meinen Lieblingen, in einem Kloster der Jesuiten, benannt nach dem Heiligen Poldi, also quasi bin ich daheim. Gut, die Jesuiten wurden von den Jakobinern wiederum vertrieben, jetzt kann man das für andere Zwecke nützen, als Herberge für Atheisten zB.

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    Wo der Konzernchef sich niederläßt, ist es natürlich praktisch, daß sich auch die gesamten „Konzerntöchter“ auch in der Nachbarschaft gleich niederlassen, es gab ja viel zu besprechen bei den diversen Festivitäten. Hier hat man gleich über einen alten römischen Tempel drüber gebaut, quasi eine feindliche Übernahme.

    IMG_8516Die Kirchenbrüde ziehen natürlich die eine oder andere Geheimgesellschaft an, die heute keiner mehr kennt, für den Klan war es doch noch etwas zu früh.

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    Für Kirchenzubehörhändler scheint es auch schon bessere Zeiten gegeben zu haben…

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    Und das obwohl nicht nur Päpst in dieser Stadt waren, sonder auch Gegenpäpste sich von hier wichtig machten.

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    Jedenfalls war man als Papst bzw Gegenpapst ziemlich gut von diversen Volksaufständen, Religionkriegen oder sich zum Werkzeug von Gott berufenen König einigermaßen gut beschützt hinter diesen Mauern.

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    Natürlich muß man dann auch den Nahverkehr ausbauen, deswegen war eine Brücke über die Rhone ein wichtiges Projekt.IMG_8551

    Nur reicht sie nicht mehr aufs andere Ufer, weil sie ein Opfer des Klimawandels war. Nicht Erwärmung, sondern eine kleine Eiszeit ruinierte das Bauwerk über die Rhone.

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    Jedenfalls kennt man die Brücke als Kinderlied, viel Spaß beim Mitsingen: Die Hörprobe.

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    In der Kapelle im Vordergrund war nicht nur der erste Erbauer begraben. Vielleicht ein Ansatz für Großbauprojekte in der heutigen Zeit. Die hohen geistlichen Herren konnten sich auch bei ihrem Chef quasi vor Ort bedanken, daß sie nich am Eis oder Schnee ausgerutscht sind und sie nicht aus der Rhone gefischt werden mußten.

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    Jedenfalls sind Wissenschafter immer noch am rätseln, wie lang der Bau gedauert hat und wie das Bauwerk wirklich ausgesehen hat, da sich im Laufe der Zeit auch der Lauf der Rhone verändert hat. Aber mittlerweile geht wird von diesem Verlauf ausgegangen.

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    Und mit dem Besuch bei den diversen Gegen- und Originalpäpsten in ihrem bescheidenen Palast gehts morgen weiter….

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    und die Tore bleiben offen….

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  • Am Hügel der Canuts

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    Als Intro ein Mural mit allen bekannten Lyonern der Geschichte, zu finden auch der Kleine Prinz, auch er stammt aus der Gegend.

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    In der ersten geschlossenen Markthalle von Lyon gibts gleich zur Stärkung in der Früh einen traditionellen Noisette, immerhin um wohlfeile 1,70, so viel zu Frankreich sei teuer…

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    Am Place Sathonay steht wahrscheinlich das einzig noch verbliebende Denkmal eines Algerienkämpfers. Der Sergant wuchs hier in der Nachbarschaft auf starb bei der Eroberung Algeriens. Das Errichten von Denkmälern für den Algerienkrieg hat sich aber mittlerweile erledigt, da gibts eher was zum Aufarbeiten für die französiche Nation. Der Platz ist auch der Start zum Aufstieg ins Viertel der Weber, der Canuts, die am Hügel sich mit ihren Seidenswebstühlen angesiedelt haben…

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    Die Römer fanden den Ausblick auch toll, und haben gleich eine Arena errichtet, diesmal mit Löwen und Gladiatoren und allem drum und dran. Später auch mit Christen als Komparsen. Eine Dame, mittlerweilige Heilige, war anscheined ziemlich ungenießbar und wurde vom Löwen verschont, er war ja verwöhnt.

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    Außerhalb der Spielzeit bzw in der Schonzeit für Christen  füllte man die Arena mit politischen Terminen, hier trafen sich einmal im Jahr als 60 Majestixe der keltischen Gallier und besprachen sich mit den Römern bei ein paar Fäßern Wein und Wildschwein. So lange nur nicht von den Römern erwähnt wurde, daß die Belgier ja viel mutiger wären….

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    Steil geht es die engen Gassen auf den Hügel Croix-Rousse, Lyon hält einen fit, gibt sehr viele Stiegen zu steigen.

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    Hier blickte das Proletariat auf das Großbürgertum und den Adel in das Zentrum runter.

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    In diesen hohen Gebäuden standen die Webstühle und die Canuts werkten brav, ganz oben in den niedrigen Räumen waren die Familien untergebracht. Auf Grund der Nähe waren die Canuts die ersten organisierten Arbeiter von Lyon. Im Hinterhof des Gebäudes an der Stirnfront trafen sich die Voraces, die Radikalsten unter ihnen und sie waren die Avantgarde des Aufstandes von 1848.

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    Dieser Hinterhof wurde um 1840 gebaut, hier fanden die konspirativen Treffen statt.

     

    Über versteckte Eingänge, Hinterhöfe, Kellerstiegen gelangt man in diesen Hof. Die Gebäude auf diesen Hügel sind durch diese „Geheimgänge“, den Traboules, verbunden.

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    Daneben gibts noch viele Hinterhöfe, und Treppen, Treppen, Treppen…

     

    Diese wurden natürlich in der Zeit der Besetzung durch die Nazis von der Resistance genutzt, fast auf jedem Gebäude gibt es eine Gedenktafel für Widerstandskämpfer, die abgeholt wurden, gefoltert von der Gestapo und erschossen. Wie in dieser Straße, wo ein Journalist wohnte.

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    Die Treppen führen uns wieder nach unten in das Zentrum der reichen Handelsstadt Lyon.

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    Das Kloster der Jakobiner (nicht der Revoluzzer) hat man abgerissen, die Stadt brauchte Platz für ihre Häuser Großbürgertums

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    Hier stand eine Kirche der Benediktiner, jetzt gibts ein Theater. Prominenter Gast, unser Freund und Bekannter aus Aspern und Ebelsberg: Napoleon.

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    Apropos alte Bekannter, auch der 14er Wiggerl war aktiv in Lyon, obwohl eher doch Paris zugeneigt, er kaufte das Gebiet hier, also den Platz, sprich gute 60.000m2.

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    Die sieht man. Seine Statue ist nicht mehr original, diese wurden von den Jakobiner, jetzt doch die Revoluzzer, eingeschmolzen und als Kanonenkugel verwendet. Und die Häuser, die original 1789 dort standen, hat man auch gleich niedergebrannt, um Lyon einen Denkzettel zu verpassen, da man sich der Konterrevolution angeschlossen hat. In dieser Zeit lautete der Name „Place de l’Egalite“, jetzt wieder Bellecourt.  Irgendwie eigenartig das Verhalten von Lyon, aber anscheinend war das Seidengeschäft doch wichtiger als die Freiheit und Gleichheit. Oder es war einfach Eifersucht, weil die Revolution zu Lyon gehört wie die Rhone.

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    Erklärt aber natürlich, warum man so große Spitäler gebaut hat, der Turm links war ein Turm eines Krankenhauses, das abgerissen wurde.

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    Das eindrucksvolle „Hotel-Dieu“, ebenfalls eine ehemalige Krankenanstalt, das im 12. Jhdt errichtet wurde, wird derzeit als Shopping-Entertainment-Dining-Hotel-Zentrum umgewandelt.

     

     

  • Bei den Alt-Lyonern in Lugdunum

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    Lugdunum, heute besser bekannt als Lyon, war eine Gründung von Pensionisten der römischen Legion, den Siegern von Alesia. Quasi die Siegprämie. Aber das „Pensionsalter“ nach 25 Jahren Dienst in der Legion war sicher schwerer zu erreichen als ein Meistertitel für Olympique Lyon…

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    Vom „neuesten“ Stadteil Part-Dieu gehts über die Rhone in den Ersten Bezirk, auch das Zentrum, mit einem eher bescheidenen Rathaus…

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    Der Platz vor dem Rathaus ist ein großer und zieht immer wieder Attraktionen an. Während der französichen Revolution stand hier die Guillotine. Die Jacobiner waren an sich keine großen Freunde von Lyon und nannten sie ob ihrer kontrarevoltionären Einstellung, „Stadt ohne Namen“. Über 1900 Hinrichtungen sorgten für einen ziemlichen Betrieb hier am Platz.

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    Jetzt hat man Platz für andere Sehenswürdigkeiten. Der Brunnen, den sich die Stadt Bordeaux nicht leisten konnte, fand hier sein Platzerl. Jetzt steht das Kunstwerk für den Zusammenfluß von Rhone und Saone.

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    Wer zu den Römer und den Alt-Lyonern kommen will, der muß über die Saone. Damit verlassen wir das 12. Jahrhundert und  gehen zurück in die Römerzeit.

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    Dazu müssen aber zu erst ca. 500 Stufen auf den Hügel von Fourviere überwunden werden. Die Römer wollten trockene Füße haben und auch sehen, wer aus der Nachbarschaft sich so nähert, meist Gallier, die ziemlich begeistert waren vom Wein. Das Feuerwasser der Römer. Vor den Römern haben diese am  Hügel ziemliche Partys für ihren Gott Lug steigen lassen.

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    Zur Belohnung für den Aufstieg gibts dann einen kleine Eiffel Turm, der mittlerweile ein Sender wurde.

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    Errichtet von einem atheistischen Spender, dem der national verklärte Marienkult (rechts im Bild) der Rosenkranzbetfuchteln zu viel war und ist quasi die Retourkutsche für die Errichtung von Sacre-Coeur in Paris, welches ja über den Leichen der gefallen Kommunarden von Paris errichtet wurde.

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    Die ersten römischen Bauwerke, die Überreste eines Aquädukts, welche Lugdunum mit Wasser versorgte.

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    Auf der Straße war im 19. Jhdt. die kürzte Straßenbahn der Welt unterwegs mit nur einer Station, und da gab es kein Schwarzfahren, weil die Fahrgäste waren die Leichen im Sarg, die links oben am Friedhof ausgeladen wurden. Es war schon sehr steil für die Pompfinewra/pompes funèbres…

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    Wie groß Lugdunum war zeig, das Theater, welches Platz für 10.000 Römer bot.

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    Das Theater ist auch weiterhin eine Open-Air Location.

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    Hinter dem Theater war Platz für den Verkauf von Otternasen, Bibertatzen und Krausköpfen, die die diversen Merchandiseprodukte dann gleich nach Hause getragen haben.

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    Gleich daneben gabs im Unterhaltungsviertel auch noch das Odeon, ein Musiktheater, aber nur für 3.000 Zuseher, scheint nicht so gut angekommen zu sein, dafür war es aber auch mit Dach ausgestattet.

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    Den Blick runter hatten die Zuseher nicht, da hier für die Kulissen eine ziemlich hohe Wand stand.

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    Originale römische Ruinen, handgemacht. Da man Platz für die Kultur brauchte, hat man die Originalgebäude demoliert, für die Bewohner gab es Ersatzwohnungen in der Trabantenstadt in der Nähe des Lagers Kleinbonums. Da gabs genügend Wohnraum und nette Einheimische in der Nachbarschaft….

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    Im benachbarten Museum die original Bronzetafel der Rede für eine „Abhängigkeitserklärung“, sprich der Forderung Gallier als römische Bürger anzuerkennen mit allen Rechten und Pflichten. Fand ein Weinbauer unter den Reben.

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    über viele, viele Stufen gehts bergab wieder zurück nach „Alt-Lyon“ zur Kirche von St. Jean.

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    Vor dem Turm von St. Jean die Überreste diverser Kirchen, von Jacobiner Ultras als nicht erhaltungswürdig eingestuft. Der Turm selber steht auf Steinen aus dem alten römischen Forum. Auch für die Fassade wurden diese recycelt.

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    Der Erz-Bischof von Lyon ist auch Primus von Gallien, der Titel hat bis heute überdauert. Auch, daß die „Singschule“ für junge Knaben mit Zugang zum Dom gebaut wurde, zeigt, daß vieles in der Kirche sich nicht ändert.. Teile der Rückseite wurden unter den Karolinger errichtet…

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    In der Kirche selber, eine der ältesten Uhren und zwar aus dem 14. Jhdt, aber leider wird diese gerade repariert und man hört den Hahn nicht schreien.IMG_8313

    Alt-Lyon hat sich aber das mitteralterliche Flair erhalten, schöne alte Plätze. Auch den Lyoner Wurstel kann keiner erschlagen, wie man sieht…

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    Zwischen den Gassen fährt der Funiculaire, um die Fußmaroden auf den Hügel zu bringen…

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    Durch kleine Gassen, wo schon Römer, Gallier, Karolinger und etliche andere im Laufe der Geschichte ihre Geschäfte machten, wie hier in der Händlerbörse…

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    ….geht es zurück, vorbei am Justizpalast mit Blick auf den historischen Hügel…

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    vorbei am Brückenwächter der Saone, der uns zum Abschluß noch ein Rätsel mitgibt….

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  • Die letzte Etappe führt heute in den Westen des Großraums Paris, nach St. Germain-en-Laye. Ein Ort, der wie kein anderer in Frankreich mit der österr. Geschichte verbunden ist.IMG_8142

    In diesem Schloß wurde vor 99 Jahren der von den Allierten diktierte Friedensvertrag Österreich zum Unterzeichnen vorgelegt.

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    Die Genossen Karl Renner und Otto Bauer, beides Leopoldstädter, wie es sich für aufrechte Austromarxisten schickt, durften das ausbaden, was Seiner Apostolischen Majestät auf Gottes Geheiß „seinen Völkern“ angetan hat. Gott war in dem Fall der schwer verliebt Conrad Hötzendorf, der ja gemeint hat, mit ein bisserl Krieg kann er bei einer Hochadeligen punkten, die 6 Kinder hatte

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    Der hier vorgelegte Friedensvertrag reduziert Österreich auf den „Rest“,traditonelle deutschsprachige Gebiete wie Böhmen, Mähren und Südtirol wurden unter den Augen des ungebildeten und uninteressierten US Präsidenten, da scheint sich auch kaum was zu ändern, den Nachfolgestaaten zugesichert und der kleinen Republik die alleinige Schuld angehängt. Aber das ist mittlerweile nur mehr eine Randnotiz  und wird in der Schloßgeschichte nicht erwähnt.  Da gabs anderes.

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    Das Schloß gabs schon seit dem 16. Jahrhundert an diesem Ort. Auch unser Freund, der 14er Wiggerl hatte dort auch seine Hauptresidenz bis die Möbelpacker kamen, weil Versailles bereit war zum Einziehen. Vor dem Schloß gabs auch ein denkwürdiges Duell, da gabs ein überraschende Manöver des Herrn Jarnac, der dem Gegner das Knie mit eine Hieb ruinierte und der damit ein leichtes Gleichgewichtsproblem hatte. Dieses Problem hat dann in Folge auch zum Duelltod geführt.

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    Das Schloß war auch der Exilort eines englischen katholischen König, der es sich ob seiner Religon mit seinem Adel verscherzte und dies ihn dann höflich baten, zum Bruder seines Schwagers zu ziehen, das war unser Wiggerl. Seine Schwester wiederum, war ein sehr Fesche, war ja am Papier mit Wiggerls Bruder zusammen, aber gekümmert hat sich er um die Schwägerin, da sich Bruderherz, aufgezogen in Frauenkleidung, sich wiederum nicht wirklich für fesche englische Prinzessinnen interessier hat. Die schwarze Säule dient als Hinweis darauf, was mittlerweile in den Gemäuern beheimatet ist.

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    und zwar das Museum für Archälogie und dies ist eine originale Säule aus der Römerzeit von Kaiser Hadrian. Ziemlich einzigartig ist auch die Lage, auf natürlichen Terrassen wurde die Gartenanlage errichtet.

     

    IMG_8126.JPGund seit dem 7. Jahrhundert wird hier Wein angebaut, wahrscheinlich auch nicht unwichtig in der Standortentscheidung, hier ein Schloß anzusiedeln.

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    und man hat auch einen schönen Blick nach Paris. Weit weg von der Stadt.

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    Links „La Defense“ natürlich der Eiffelturm und das Hochhaus von Montparnasse.

     

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    Hier kann man in Ruhe am Philosophenbankerl im Schatten bei einem Noisette den Tag ausklingen lassen.

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    und sich von dieser großartigen Stadt, die so viel zu bieten hat, zu verabschieden, weiter gehts in November in Lyon.

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    La Fin.

     

     

     

     

  • Die Schlange erlegt das Eichkatzerl

    Heute gehts in der Geschichte darum, daß ein eifersüchtiger König ziemlich ungemütlich werden kann, Schauplatz: das Schloß von Vaux-le-Vicomte

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    Nach einer guten halben Stunde ist man  noch nicht ganz in „Provins“, wo der Zug hingeht, aber de facto voll in der Provinz und nichts erinnert mehr daran, daß eine Weltstadt in der Nähe ist.

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    Aber schon die Vorderseite zeigt, daß Monsieur Fouquet einer der mächtigsten Männer in der Epoche des jungen 14er Wiggerls war.

    IMG_7918Über die Stallungen betritt man wie einst das Gesinde das Schloß, errichtet in einer Koopertion zwischen dem besten Architekten, Malers und Gartengestalters. Nach dieser Baustelle wurde die vom Fleck weg gleich für sehr ehrgeiziges Projekt engagiert, es ging darum die Jagdhütte vom Wiggerl seinem Vater wohnlich zu machen. Soll in der Nähe von Versailles liegen, wers kennt…

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    Bevor man zum Chef vorgelassen wurde, durft man den Blick in den Garten genießen. Der Bauherr und Eigentümer war einer „Big Player“ im Merkantilismus und nebebei auch Herr der Finanzen des Hofs, da blieb doch einiges über, um sich wohnlich einzurichten

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    Das Arbeitszimmer eher bescheiden, wenn man bedenkt, daß hier alle finanztechnischen Entscheidungen der französichen Krone fielen und Fouquet sicher ziemlich oft darüber nachgedacht hat, wie man den Hof finanzieren soll und die Baustelle in Versailles.

    IMG_7938Wer soviel Macht hat, braucht sich nicht lange Gedanken über Feinde machen. Vor allem wenn es dann doch gleich 2 Kardinäle sind.  Richelieu, bekannt aus div. Mantel- und Degenfilme und der eher unbekannte Mazarin, direkt aus Italien als Legionär verpflichtet. Hier alle 3 abgebildet, der in der Mitte ist der Wiggerl natürlich.

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    Und sein Finanzminister meinte es sehr gut mit ihm und hat im neben einer Bibliothek, auch ein Schlafzimmer miteingerichtet, weil er geglaubt hat, er kommt für die Eröffnungs-Party vorbei und will dann nicht gleich heimfahren.

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    Und da im Partysaal hat man es zur Eröffnung richtig krachen lassen und dem Herrscherhaus gezeigt, was man kann.

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    Und da hat der Wiggerl gesehen, wie toll diese Lage ist und welche schöne Gartenanlage rund um das Anwesen errichtet worden ist.

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    Der Architekt mit dem Gartengestalter übertraf sich selber, und setzt gekonnt Terrassen ein, um immer wieder ein neues Bild des Schloßes zu zeichnen.

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    Um Anzugeben mit seiner Macht, krönte der Gegenhang ein goldener Herkules als Demonstration der Macht und Stärke, quasi die Marke des Herrn Fouquet.

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    Der starke Grieche schaut schon sehr nachdenklich, wo das alles hinführt…..unten im Tal….wo noch gefeiert wird…

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    ..da bogen sich die Tische mit Spezereien aus aller Herren Länder…

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    sogar der große Weinkeller wurde leer gesoffen….

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    und dann stand einer der uns bekannten Musektiere, ein gewisser Herr D’Artagnan, vor der Türe und verhaftete den Schloßherren. Mazarin fand das Ohr des Königs und konnte ihn überzeugen, daß das was nicht in Ordnung sei, mit der Finanzgebahrung.

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    Jedenfalls schätzte der König den Geschmak seines Gefangen, der nie mehr wieder zurück kam, er hat auch alle seine Gobelins aus dem Schlafzimmer verlangt….

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    Jedenfalls kam es zum Schauprozess mit dem Urteil „Lebenslänglich“ in Festungshaft.

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    Aber der wahre Grund für die Verhaftung ist bis heute unbekannt. Untreue? Wußte er, wer der wahre Vater vom Wiggerl war? Oder gings nur darum, daß Mazarin der Mächtigste und Reichste im ganze Land sein wollte? Oder spielte der Wiggerl einfach nur die beleidigte Leberwurst und wollte einfach nur das größte und beste Schloß im Reich haben? Jedenfalls scheint es diesen Machtkampf schon länger gegeben haben und diesen Herren, im Spielzimmer sieht man wie die Kardinals-Schlange nach dem  Eichkatzerl (das Wappentier derer von Fouquet) schnappt….

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  • Gemeinsames Ziel mit den Roleuren, Domestiquen und Sprintern heute der Champs Elysees.

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    Meine Etappen ist aber nicht so weit, aber zu Fuß auch ein Stückerl entfernt. „La Defense“ steht weiterhin unerschütterlich und trotzt dem preußischen Imperalismus und diversen Bauvorhaben im Stadteil.

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    Alles ist bißchen größer in Paris, auch die Parkbänke, wahrscheinliches  Fassungsvermögen: 2 Busladungen Chinesen, die dürfen sich aber nich hinsetzen, weil sie die Zeit nicht haben.

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    Über die Seine, vorbei am idyllischen Tempel von Eros gehts zu den Neu- und Immer-Schon-Reichen aufs andere Ufer.

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    Ein Blick nach „La Defense“, wo sich unter der Woche gute 200.000 Leute zum Arbeiten einfinden, und am Samstag anscheinend zum Einkaufen auch gleich bleiben.

    IMG_7711Das Bild ändert sich aber dann schnell, jetzt gibts Privatstraßen und „Gated Communities“ mit einem Türlsteher und vielen Verbotsschildern.

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    Auch vorrevolutinäre Kolonieminister haben sich seinerzeit dort schon angesiedelt, gut da war es dort noch mehr Wald- und Augebiet und der Türlsteher hat wahrscheinlich die eher  hitzköpfigen Jakobiner auch nicht gefragt, ob sie angemeldet seien und was ihr Begehr sei.

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    Nicht weit weg beginnt der „Jardin d’acclimatation“. Nein, da gehts nicht um den Klimawandel und seine Auswirkung, sondern sowas wie der Prater der Pariser, aber mit mehr Hirn gemacht. Eröffnet vom 3er Napoleon. Und alles liegt an der Ostseite des legendären Bois de Boulogne, ohne diesen Wald wiederum, gäb es anscheinend ziemlich wenig Vorfahren, weil die dort entstanden sind. Die Lutetier. Auch heute noch, so munkelt man, weil die Mieten so hoch sind.

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    Original sind noch die Stallungen, angeblich war vor kurzer Zeit eine Belegschaft der österr. Exekutive vor Ort, um sich zu informieren, wie ein Pferd wirklich so ausschaut und was ein Stall ist.

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    Kasperl gibts auch gleich nebenan, aber keinen Petzi und schon gar keinen Großvati und Fips und der Drache Dagobert ist überhaupt unbekannt.

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    Dafür gibts aber andere tolle Sachen, wie fliegende Beiwagenmaschinen und Zeppeline und Enten zum Rausfischen.

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    oder alte Kaffeehäuser, jedenfalls nicht so billiger Kitsch wie im Prater…IMG_7757Hier handelt es sich nicht um den ersten französichen Sternenzerstörer, sondern sowas kann man sich leisten, wenn viele Damen einem seine doch etwas teuren Handtascherln abkaufen. Die Stiftung des Herrn Vuitton.

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    Innen gibts einige interessante moderne Popart Kunstwerke. Wie von diesem Herrn aus Japan.

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    Dieses Pferd steht angeblich für das Scheitern der Trotzkismus (der Herr aus dem Kaffee vom Vortag), ich würds der SPÖ gern in die Löwelstraße hängen, wär auch passend bezüglich Scheitern einer großen Idee.

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    Und man wird auch selber zum Fotokünstler, wie diese Selfie mit mir und Fritz the Cat beweist

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    Von der Terrasse wirft man einen Blick über den Jardin zum Start.

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    Aber noch ist das Ziel weit, vorbei an der „Libelle“-Station der Metro, Port Dauphin.

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    erscheint nach einem ziemlichen Fußmarsch über den Boulevard des General Foch der Arc de Triomphe. Heute der Wendepunkt der letzten Etappe der TdF.

    IMG_7802 Die Werbekolonne verkürzt die Wartezeit. Zu erst die Sponsoren der „Leiberl“,  gelb, grün und gepunktet.

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    Dann meine 2 Favoriten. Die Hendlbrater Frankreichs und die Pommesfrittierer.

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    Und dann braust das Peleton heran….

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    und dahinter die Mannschaftsautos mit den sportlichen Leitern….

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    Auf der anderen Seite gehts retour Rtg. Place de la Concorde…

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    ..bis zum Schluß die letzten Kilometer der Tour gemeinsam im Feld runtergespult werden.

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    und das Ende verfolgen die Zuschauer, natürlich kein Eintritt, über die Lautsprecher, wo der legendäre TdF Sprecher ca. 4 Stunden durchgerdet hat.

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