• Da alle guten Dinge ja 3 sein sollen, (Die Ärzte, Musketiere, die Caps Meistertiteln, gut da basteln wir noch dran), hats mich wieder nach Paris für einen Kurztrip her verschlagen, quasi ein 4-Tage-Klassiker. Startpunkt diesmal vor den Toren, draußen in la Defense.

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    Mit der 1er Linie geht es bis ans Ufer der Seine, an die Brücke Bir-Hakeim. Benannt nach einer Schlacht der letzten französichen Truppen in Libyen gegen die Wehrmacht. Über diese Brücke ist auch die französiche Armee wieder in Paris eingezogen.

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    Eine „das ist nicht die Joan of Arc“ Statue wird heute als „Französischer Widerstand“ interpretiert. Was unerwähnt bleibt, ist das das über die selbe Brücke von der Vichy Regierung tausende Juden ins Radstadion am anderen Ufer gebracht wurden und bis zur ihrer Deportierung eingepfercht waren. Das Denkmal dafür hat man eher versteckt.

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    Auch eine Dame, die ursprünglich eine Pariserin ist, ist auf der Seine Insel zu finden. Diesmal scheint sie aber schon auf die ersten zu warten, die wieder zurück rudern.

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    Jedenfalls ergibts das doch irgendwie ein reizvolles Duo zweier Sehenswürdigkeiten. Vielleicht baut ja der Trump bald den Eiffelturm in Newark nach, gäbs wenigstens was zum Sehen in New Jersey.

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    Weiter westlich am Seine Ufer war früher die Pariser „Motorcity“, aber nicht vom Hr. Ford, sondern der Herr Citroen hat da in seinen Werkstätten gezangelt und gehämmert und bis 100.000 Autos diverser Modelle erzeugt.

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    Mittlerweile wurde das Gelände als Park umgewidmet und mit diversen Gebäuden wird an die Geschichte des Ortes erinnert. Ein Wetterballon ist fix stationiert, aber die Jury hat auf Grund schlechter und böiger Windverhältnisse leider den Abflug nicht freigegeben.

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    Über den Boulevard „Emile Zola“ gehts dann zur heutigen Bergwertung auf den Mont Parnasse. Der Text von Zola hat gerade heute wieder immer noch seine Gültikgeit. Und den institutionellen Antisemitismus hat man auch noch nicht beseitigt. Heut gibts keinen Dreyfus mehr, also mus das Schächten herhalten. J’accuse….

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    Am Weg trifft auch alte Bekannte, wie den Herrn Pasteuer, der auf die Kriegsinvalidenansiedlung vom 14er Wiggerl blickt oder bedauert er, daß der Verlierer von Aspern dort in der Gruft liegt.

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    Interessant ist in diesem Fall, daß sich in der Nähe der Kriegsinvaliden auch gleich einige Krankenhäuser angesiedelt haben, scheint sich doch um eine gewisse Kundennähe zu handeln.

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    Unter dem strengen Blick des Eiffelturms wird gerade der Samstagmarkt abgebaut. Es ist Mittagszeit. Alte Sessel scheinen nicht so der Renner gewesen zu sein.

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    Attraktiver scheint der Hendl-Brater zu sein. Da warten doch schon ein paar, ob doch was überbleibt.

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    Vom alten Bronstein weiß man ja, daß er nicht nur für permanente Revolutionen sich eingesetzt hat, sondern auch gern im Kaffeehaus gesessen ist, war es in Wien das Cafe Central, wo er als Hütteldorfer gern hingegangen ist, war es in Paris diese Lokalität, wo er sich gern mit Wladimir Iljitsch Uljanow auf einen Noisette getroffen hat.

    IMG_7638Vom Linksintellektuellen Publikum merkt man heute nix mehr, sitzen eher die Fredi Gusenbauers im Gastgarten herum und lassen sich Euros aus der Tasche ziehen. Und der Balzac von Rodin schaut weiter auf die Obdachlosen runter…

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    Keine 100m weiter kann man sich der frischesten Meeresgetiere gut gekühlt erfreuen….

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    Der „Tour Montparanasse“ wiederum schaut eher noch Realsozialismus stalinistische Prägung Anfang 70er Jahre aus, und wurde doch mit sehr viel Gefühl in die Gegend gepflanzt.

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    Gut, in 50 Jahren werden die Menschen auch so über unsere leerstehenden Shopping Malls reden. Wie man so etwas anders macht sieht man am „Bon Marché“

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    Neben feinsten Spezereien hier, wird im Nebenhaus feinstes Tuch und Zwirn an die Dame und an den Herrn verkauft, inklusive das viel beschriebende „Shoppingerlebnis“.

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    Wer so ein Kaufhaus hat, braucht natürlich auch ein Hotel dazu, gleich in der Nachbarschaft ist das „Lutetia“, (man hättes eigentlich ja auch Alesia nennen können…) Wer so ein Hotel hat, da kann man es auch nicht verhindern, daß auch nicht erwünschte Gäste erscheinen, die SS hat sich dort während der Besatzung breit gemacht und viele Widerstandskämpfer in den Kellern gefoltert, quasi wie im Metropol am Morzinplatz. Das Hotel wurde um über 200 Millionen renoviert und scheint noch nicht fertig zu sein….

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    Nach dieser langen Etappe, wär eigentlich diese Cyborgfigur zu sein, gar nicht so schlecht…

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  • Die letzte Etappe der TdP-17

    Und diese führt in den Sradteil Marais, früher der Sumpf, trockengelegt und erstes Stadterweiterungsgebiet im Mittelalter. Durch die letzten Reste der Stadtmauer schreitet der Flaneur in der Zeit zurück in eine längst vergangene Epoche.

    Alte Befestigungsanalagen werden heute für die vielen Lycees in der Umgebung als Sportplatz genützt.

    Eins der ersten Palais, errichtet im 15. Jhdt, für diverse Bischöfe. Aber wie üblich in diesem Viertel, der Sumpf der Seine hat auch lustige Überraschungen für die neuen Bewohner parat gehabt wie Pest und diverse Fieber. Und der eintönig wollte den Adel bei sich in Versailles haben, damit ihnen weniger Blödsinn wie diverse Aufstände einfielen.

    So blieben viele Palais verlassen zurück, und das einfache Volk z0g ein und nützte sie als Wohn-  und Werkstätte wie dieses Palais einer unehelichen Königstochter…

    Damit sich die Prinzessin die Füsschen nicht schmutzig macht, war davor dies die erste gepflasterte Straße des Marais.

    Aber immer findet man noch Zeugen aus dem Mittelalter, wie diese beiden die den Abriss von über 15.000 solcher Fachwerkhäuser aus hygienischen überlebt haben

    Ein ehemaliger Tempel der Vernunft und Freiheit, heute wär dort die geniale Sammlung des Paris Stadtmuseums zu sehen, aber bis 19 wird umgebaut

    Und das alles im Schatten der allmächtigen katholischen Kirche, da kann man sich gut ausrechnen auf welcher Seite die bei den diversen Revolutionen gestanden sind

    Da die Revolutionäre einen anderen Ansatz als das „von Gott gesalbte“ Regierungsprinzip hatten, machte man sich daran, Dokumente zu archivieren, eines Sonnkönig natürlich unwürdig. Palais standen einige frei, also nahm man das der Fürsten von Rohan.Nicht zu verwechseln mit dem Reitervolk aus Herr der Ringe.

    Ebenfalls im Marais sehr stark vertreten war die jüdische Bevölkerung, hier das „Pletzl“, wie man sieht funktioniert die Integration am besten über den Magen. Die kosher Pita Falafel sind aber wirklich gut

    In leerstehnde Satdtpalais kann aber auch zum Beispiel Parfümerien reinbauen.

    .

    Manches Stadtpalais wirkt von außen nicht so attraktiv …

    …..Aber es zählen die inneren Werte, wer kann schon mit einer Sammlung von über 5000 Werke vom Grand Maitre aufwarten

    Vorbei an ältesten überdachten Pariser Markt aus dem 17. Jhdt, der noch in Betrieb ist und bei jungen Bobos aus der Gegend sehr beliebt ist…

    Das nächste Ziel ist der ehemalige Sitz des Großmeisters der Templer, die dort ab dem 12. Jhdt hausten und quasi niemand unterstanden, außer Gott natürlich, aber ist ja weit weg. Jedenfalls hat dort die Maria Antoinette und ihr Göttergatte, der 17. Wigg, zum letzten Mal zum Kuchen gegriffen, bevor es in die “ Concierge“ ging. Aber von Temple steht nichts mehr, auch der legendäre Schatz ist nicht im Park eingegraben. 

    Nach gut 14km zieht der Tourtroß dann zum Ziel: Place des Voges. Benannt nach dem braven und fleißigen Steuerzahlern aus den Vogesen, die als erste ihre Steuern ablieferten und war es einfach den brutalen Steuereintreibern zu „verdanken“ 

    Prominenter Anrainer dort in einer Mansarde, Victor Hugo, wie man sieht erwartet die Exekutive vor Ort immer noch zahlreiche Groupies, ob der Absperrungen.

    Mittelpunkt am Platz: der 13er Wiggerl hoch zu Ross, verheiratet mit einer Austroibererin und ob er wirklich Sonnenkönigvater ist, da streiten sich die Historiker mit der Yellow Press.

    Trotz aller Ablenkung ist nun das Ziel ereicht: der Palast der Sullys, heute Zentrale für alle Historische.Denkmäler und Monuments Frankreichs

    Und wenn der Flaneur durch dieses Portal schreitet, ist wieder in der Gegenwart und muss sehr bald die Seine Metropole verlassen, um in seine angestammte Heimat zurückzukehren, was in diesen Zeiten nicht so leicht fällt…

  • Paris,im Waffenrock, als Verteidigern gegen die bösen Nachbarn aus dem Altreich, die ja immer wieder gern in gewissen Abständen in Frankreich einfielen, heute nur mehr als Touris. Man nennt sie La Defense.

    Obwohl Stadtteil ja leicht untertrieben ist, sind doch am Tag bis zu 200.000 Büromenschen hier unterwegs. In anderen Ländern sagt man Landeshauptstadt oder überhaupt Bundesland dazu…

    Da ja bald Geschenke fällig sind, hat man schon den Triumphbogen eingepackt

     Natürlich auch den Grand Arche, das Wahrzeichen dieses Viertels.

    Um das Viertel aufzupeppen, gibt’s auch Kunst im öffentlichen Raum wie von Miro beim Eingang zur Shopping Mall

    Attraktion ist natürlich der Grosse Bogen

    Und dann geht’s mit dem Lift gute 100m nach oben…

    Von oben hat man einen schönen Blick auf die Pariser City

    Und auf einen alten Bekannten…

    Zum Stressabbau dient die hauseigene Eislaufbahn auf über 100m Höhe…

    Unten geht es hektischer zu, die Büroleute gehen auf Nahrungsjagd in den Shopping Malls.

    Als Abwechslung dient dazu natürlich das Village von Papa Noel. Aber bevor man rein darf, wird ins Tascherl geschaut, ob man eh nix gefährliches eingesteckt hat.

    Der Stand aus Touluse bietet herzhafte Würste…

    Auch die Korsen haben den Weg in die Hauptstadt gefunden, die sie eigentlich irgendwie ablehnen

    Die Nordiques aus Quebec kredenzen Bisonfleisch und stellen sich mit einem gemütlichen  Bierzelt ein…

    Kreolische Küche mit Süßkartoffelpommes und diversen anderen Schätzen aus der Karibik

    Nur ein Stand aus Alesia war am ganzen Gelände nicht zu finden. Kann sich immer noch kein Gallier daran erinnern…

  • Ein Sonntag in der vorstadt bei den Kommunarden

    Nach 3 Tagen voll von Sonnenkönigen, Apostolischen Majestäten und sonstigen Gesalbten, die sich zur Unterdrückung des einfachen Volkes von Gott berufen sehen, geht’s heute in die Faubourges von Paris. Ein Vormittag am Sonntag….

    Die Kaffeehäuser, zumindest der Garten, noch spärlich besucht

    Beim Bäcker ums Eck gibt man sich schon die Klinke in die Hand

    Am Grätzel-Markt ist aber schon hektischer Betrieb. Frisches Obst wird feil geboten

    In der Markthalle wartet schon das fertige Sonntagschweinsbratl in Form von einem Spanferkerl

    Auch den Gansln  ist es schon an den Kragen gegangen.

    Utah Beach in der Normandie, bekannt für die Landung der Alliierten, setzt mittlerweile auf Austern

    Berühmt waren die Vorstädte aber nicht nur für ihre Märkte, sondern auch für ihre Barrikaden bei diversen Volkserhebungen, für diese Location gibt es sogar ein eigenes Musical.

    Besonders erfolgreiche Erhebungen lassen nicht nur die Herrscher erzittern, sondern setzen auch städtebauliche Akkzente, so erinnert nichts mehr an den Kerker der Bastille,mittlerweile steht dort eine Opef, die zum 200Jahr Jubiläum der Erstürmung gebaut wurde, das Denkmal erinnert an die Freiheitskämpfer , darunter liegen Opfer des Aufstandes von 1830.

    Heute heizen aber keine Agitatoren ein, sondern ein Jimmy Hendrix für Arme hält die Leute am Bastille Markt bei Laune

    ….die einen schlürfen Austern, 

    Andere können der Versuchung des Noisette nicht widerstehen

    Immer wieder findest man noch Relikte der Vergangeheit der Vorstädte, wie die alten Brunnen.

    Einige sind noch in Betrieb und stärken den Flaneur mit Quellwasser auf der Straße

    Neben der Bastille gilt auch die Mauer der Kommunarden als Symbol gegen den Widerstand gegen die Obrigkeit, die letzten Kämpfer wurden dort erschossen und in einem Massengrab verscharrt.

    In dem Zusammenhang steht auch „Sacre Coeur“, handelt es sich doch um ein Symbol der reaktionären Kräfte, um den aufmüpfigen Pariser Vorstadtkindern dauerhaft zu zeigen, wer diese Auseinandersetzung gewonnen hat. Daß diese Kirche auf zum Teil lebendig begrabenen Kämpfern der Kommune errichtet wurde, ist ein weiteres Schmankerl der katholischen Kirche. 

    Obwohl dies nicht die ersten Opfer waren, der Saint Denis ging mit seinem Gelaber über Christianisierung den ansässigen Merowinger schon ziemlich auf die Nerven und schlugen ihm den Kopf ab, ohne diesen ging er aber noch gute 10km, in die Richtung, wo heut das Stade de France steht in St. Denis. Was sich die immer so einfallen lassen, die Christen….

  • Ein lupenreiner Chateau Hattrick

    Heute geht’s per Bahn in den Wald, ins Grüne Herz der Region Paris, nach Fontainebleau.

    Auch hier haben sich wieder einige der französischen Könige als Bauherren, Archtikturförderer und Menschen ohne festen Wohnsitz verwirklicht.

    Mittlerweile zum Welkulturerbe erklärt, natürlich erst jetzt, könnten man vorher uneingeschränkt Trakte umbauen, wegreissen. Geld spielt keine Rolle, hab es genug. Frankreich hatte zur Zeit der Französischen Revolution schon über 8 Millionen Einwohner und war auch quasi schon eine Nation, diverse Aufstände wurde mit Waffengeqalt beantwortet.

    Da weder Klerus noch Adel Steuern zu zahlen hatten, durfte die Bevölkerung nicht nur zahlen, sondern auch brav mitarbeiten. Dafür wurde die Weinsteuer gesenkt, wenn der Hof en Village war, haben sich sicher alle sehr gefreut. 

    Von der alten ersten Burganlage ist wenig über, nur mehr der Bergfried als Turm links zu erkennen.

    Die wahren Schätze sind aber im Inneren erhalten, da sie während der Revolution nicht geplündert wurden. Wahrscheinlich haben sich die Jakobiner im Wald verfranst und es war auch weiter als nach Versailles. Der Verbindungsgang zwischen Residenz und Empfang diente als Propagandaraum für die militärischen und anderen Erfolge des Königs Henry. Dank meiner Beleuchter, die mit dabei waren, konnte ich ihn auch schön ausleuchten…

    Natürlich will so ein Renaisance King auch anständig feiern, dazu braucht’s einen anständigen Allzwecksaal samt Platz für den DJ 

    Anscheinend hat aber das Orchester nicht so richtig einheizen können, auf der gegenüberliegenden Seite stand der Ofen…

    Man darf auch gern Hochofen dazu sagen, Holz gab es quasi vor dem Haus genug.

    Auch bei der Kapellengestaltung war man phantasievoll und hat die über 3 Stockwerke hoch gebaur, wahrscheinlich um näher bei Gott zu sein.

    Auch diverse Appartements sind noch erhalten wie das bescheidene Schlafzimmer der Sonnenköniginmutter, Annerl von Österreich(Heimatbezug täuscht: war ja die Tochter von span. König). Da sie ja nie Französisch gelernt hat, wird es auch ziemlich einsam gewesen sein.

    Ein anderer prominenter Bewohner, war der Herr Bonaparte. Der kleine Mann hat anscheinend eine Stufe ins Betterl gebraucht, und groß war es auch nicht.

    Und hier der Saal, wo er nach der Auswärtsniederlage in Waterloo das Handtuch geworfen hat.Warum eigentlich nicht schon nach Aspern, hätten sich paar 10.000 Soldaten diverse Märsche nach Rußland gespart.

    Im Eintrittspreis inklusive ist die „Wie Napoleon sich fühlen“ Expierence. Hier am Balkon hat er seiner Grand Armee mitgeteilt „Burschen, ich bin zu alt, suchts Euch einen Anderen, der die Hacken macht“ 

  • Bei den Condés in Chantilly


    Die heutige Etappe führt gute 50km in den Norden des Pariser Umlandes, in das putzige Städtchen Chantilly

    Vor über 450 Jahren wurde hier ein bescheidenes Heim für eine Nebenlinie der Bourbonen aus dem Wald gestampft, weil man ja gern geritten ist und gejagt hat und da auch ziemlich viel frei war.

    Der Herr am Pferd ist Anne De Montmorency, der eine bessere Waldhütte zum Schloß ausbauen lies. Da kein männlicher Nachfolger da war und die Bourbonen auch gut in Heiratspolitik für Dynastien aufgespießt hatten, fiel das Petit Chateau an sie, samt Orangenplantagen, da war der 13er Wiggerl nämlich sauer, hatte er selber nicht, an sie. Mit der Exekution des 16er Wiggerls war auch Schluß hier mit Orangen, die Jakobiner holten sich die süßesten Früchte.

    Ein neuer aufgehender Stern verlegte sein Quartier hier her..

    Der Louis II, der Große Conde, und Schlachtenlenker vom Sonnenkönig, ziemlich erfolgreich und hat den Habsburgern ziemlich eingeschenkt. 

    Und hätten sich die 2 Kardinäle nicht so eifrig, um seine Tante grkümmert, wär eigentlich er an der Reihe gewesen, so dürfte er des Kardinals Tochter ehelichen.

    Das führt uns auch schon in das Innere des Schlosses, welches zwar während der Revolution geplündert wurde, aber dank der Reaktion und Restauration des Herrschaftsanspruch der Bourbonen war wieder genug Geld da für das Herrscherhaus und ihrer Nebenlinie. So wurden die Amtsräume des Prinzen mit seinen militärischen Erfolgen nachgebaut.

    Spätere Besitzer der Familie Conde sammelten 15000 Bücher an den 14. Jhdt für eine schicke Biblitothek

    Neben diesem Museum, in Louvre, gibt es auch in meinem Blog quasi weltexklusiv 3 Bilder von Raphael zu bewundern (Links und Rechts)

    Und bei diesem Bild hat es sich erst später herausgestellt, wurde als Reproduktion aber angeschafft…

    Auch interessant ein Saal nur mit Porträts französischer Könige aus dem 16. Jhdt…

    Über Sieg gegen die Konkurrenten aus Wien um die Weltherrschaft oder lokale Filialbesetzungen wie in Spanien war man so erfreut, daß die Grabeskapelle eine erbeutete Fahne der kaiserlichen Armee aus dem Spanischen Erbfolgkrieg schmückt.


    Aber die wahre Leidenschaft waren die Pferde, so hat man auch diesen einen Palast errichtet, von 200m Länge

    Der noch heute in Betrieb ist und von seinem Einwohner sehr geschätzt wird.

    Und für Veranstaltungen fleißig trainiert wird….

    Für die Gartenanlagen ist derzeit eher eine schlechte Jahreszeit, aber gehören sie ebenfalls zu den größten Frankreichs, dafür bleibt man derzeit von Touristenmassen verschont…

  • Am königlichen Hof zu Vincennes

    Vom Gare der Lyon geht’s per Metro in die Vorstadt nach Vincennes, früher für seine Wälde, das Reizklima und Wildschweinreichtum  bekannt.

    Deswegen baute Saint Louis eine Jagdhütte seiner Vorfahren zu einer imposanten Festung aus.

    Der Bergfried in der Festung wirkt ziemlich uneinnehmbar, außer für diverse Drachen usw machbar.

    Somit alle Vorraussetzungen auch für einen dauerhaften Standort eines Königs von Gottes Gnaden, samt Hofstaat und Entourage, auch die übliche Hauskapelle darf nicht fehlen

    Damit alle rechtzeitig bei der Arbeit erscheinen bzw zum Gebet sich richten, oder aufgebrachte Bürger, wahlweise auch Irrgläubige mit Fackeln und Heugabeln in Sicht waren, wurde die erste öffentliche Glocke im 14. Jhdt installiert

    Jedenfalls hat von oben einen schönen Blick auf diverse Eindringlinge, und die von Gott gesalbten konnten sich in ihren „Panictower“ zurück ziehen, der immerhin 50m hoch ist.

    Der Bergfried hatte alles, was man braucht, um das Reich zu regieren. Ein großes königliches Gemach…

    Die neuesten Latrinen, die am Markt erhältlich waren.

    Eine begehbare Schatzkammer, wo wirklich der ganze Reichtum des Königs physisch vorhanden war und man ein Geldbad bei Bedarf nehmen könnte

    und ein kleines beheizbares Büro, mit Blick nach Pariss

    Die letzten Regenten, die hier residierten, waren die Eltern vom 14er Wiggerl. Rechts der Trakt des Königs, Links der Königin

    Nur wer war wirklich der Vater? Der 13er galt als Impotent, Richelieu als zu alt, Mazarin als zu schwul, nur die 4 Musketiere gingen aus und ein in diesem Palast der Königin….

    Der Hof zog weiter nach Versailles, was bietet sich an für eine uneinnehmbare Festung, natürlich die Festungshaft.

    Noch heute findet man immer wieder alte Graffitis von Deliquenten in den ehemaligen Zellen. 

    Neben in Ungnade gefallenen Fianzministern, Revolutionären, Kontrarevolutionären, Kommunarden war auch der Maquis de Sade, ob diverser Giftmorde an Huren hier in dieser Zelle in der Haft.

    Das solche Gebäude auch die Nazis angezogen haben, ist klar,diese schrieben das letzte blutige Kapitel dieser Festungen mit der Massenerschießung von über 20 Widerstandskämpfer 1944

    Mittlerweile kümmert sich das Verteidigungsministerium um diese alten eindrucksvollen Festungsgebäuden.

  • So nach einer längeren Pause gibt wieder ein Comeback als Reiseblogger, auch wenn es diesmal nicht so lang und so weit ist, und ich im Sommer gemeinsam mit ca 50 Millionen Asiaten hier war, und es da doch leichte Einschränkungen gab bezüglich der angetroffenen Menschenmassen und deren Anstellschlangen, war mir klar, daß es eine Fortsetzung geben sollte, die hoffentlich besser ist als ein neuer Star-Wars Film. Ausgespuckt hat mich die 1er Linie beim Louvre, den die Chinesen in August doch nicht mitheimgenommen haben.


    Vom Hauptquartier der Bourbonen zu Napoleon, der eigentlich eine kleine Ruhmeshalle geplant hat, aber diverse Niederlagen haben dieses Projekt der Halle of Fame nicht wirklich beschleunigt

    Spannend ist jedenfalls der Blick Rtg Place de la Concorde, den es 1789, als da wirklich was los war, noch nicht so gab. Dort haben die Jakobiner ein paar Open-Air Events abgehalten, wo sie dann gelegentlich auch selber aufgetreten sind.

    Jedenfalls hat ein bekannter Senfhersteller den Standort ziemlich gut gewählt, da ja quasi wie üblich bei solchen Massenveranstaltungen irgendwann Hunger ausbricht.

    Mittlerweile am Place heimisch die Freunde der Formel 1, wie man sieht bescheiden mit dem Dienst Citroen.

    Bernie Ecclestone ist ja mittlerweile in der Pension und hat das Jahr genutzt einen Renault mit Lego nachzubauen, er sucht immer noch die letzten 2 Steinchen…

    Nachdem das mit der Hall of Fame nicht geklappt hat, bekam Napoleon wenigstens einen Tag für seine zahlreichen Auwärtssiege, unser Debakel wird leider auch immer ziemlich prominent erwähnt, Siege gegen Österreich waren anscheinend seinerzeit was besonders, obwohl….

    Fast 300 Stufen, vorbei an der „La Marseillaise“, die zur Verteidigung der Revolution gegen die Monarchen aufruft…

    Und in Großaufnahme hört man se direkt die Hymne schmettern…

    Oben angelangt trifft man alte Bekannte…

    Und der Champs Elysée als Modellbausatz mit Matchbox Autos…

    Und schon taucht der nächste Triumphbogen in der Ferne auf…

    Aber die, die dafür ihr Leben lassen büßten haben von diesen Triumpf Denmälern genau gar nix, bis heute. Die Mächtigen feiern die Siege, dem Volk bleiben die Gräber….

    Im Gegenteil, die Mächtigen dieser Zeit verschanzen sich hinter Panzersperren, Soldaten und anderen Sicherheitsvorkehrungen. Ob das dem Geist von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit der Französischen Revolution noch entspricht…?

  • Passend zum 24. erscheint auch mein letztes Fenster für diese Reise. Mit einem Besuch im Traditionscafe Tortoni fängt es an.

      
    Zuerst die Italiener, dann Juden aus Wien, die sich an die Heimat erinnert fühlten. Kein Wunder, gab ja sogar eine Sitzkassierin wie im Café Sperl.

      
    Dann die Kriegsverlierer, die mit Hilfe seiner apostolischen Heiligkeit mit Pässen versorgt wurden, um ihr verpfuschtes Leben neu starten. Auch ein reiferer Herr mit Linzer Dialekt soll hier verkehrt haben, bevor ein One-Way-Ticket nach Tel Aviv für ihn gebucht wurde.

      
    Fast gegenüber ein ehemaliges Wohnhaus der Fr. Evita, aber es hat niemand geweint davor. Heute ein Museum.

      
    Immer wieder eine Herausforderung als Fußgänger, über die 16 Fahrspuren der Avenue des 9. Julis. Vor allem man ist im Nachrang, sprich es herrscht das Gesetz des Stärkeren.

      
    Die Erfrischungsdusche aus dem Norden von Iguazu gesponsert, keine schlechte Idee für die Hauptstädter.

      
    Auch die Rosinante dürfte beim Überqueren leicht die Nerven verloren haben.

      
    Die Avenue de Mayo, die Schlagader der Macht, verbindet den Präsidentpalast im Stadtzentrum, vorbei am Obelisken….

      
    Durch die Schluchten der Paläste des Großbürgertums…..

      
    Das Gebäude dahinter war einmal das höchste Haus, bevor Montevideo und die Chilenen angefangen haben. Wer weiß schon, was die Peruaner planen oder die Bolivianer, die fangen überhaupt schon auf 3.000m an….

      
    Und die Avenue endet am Gebäude des Nationalen Kongress.

      
    Der, ob seiner düsteren Vergangenheit auch so wirkt.

      
    Nachbarinnen sind jedenfalls die Mütter, der Plaza de Mayo, die mit ihrer Form des Protests und ihrer Forderung nach Information über den Verbleib ihrer Männer und Söhne, einen wichtigen Beitrag zum Ende der Junta leisteten.

      
    Erinnert wird Innen an alle Revolutionäre Südamerikas.

      
    Und so lassen wir doch diesen Blog unter dem Bild eines sehr berühmten Tagebuchschreibers  und Revolutionärs ausklingen. Ich hoff, es hat den geneigten Lesern so viel Spaß gemacht wie mir die Reise durch diese bekannten, aber auch sehr unbekannten Ländern. Danke für das Interesse!